Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen starteten mit dem Raketensystem “Space Launch System” an Bord der “Orion”-Kapsel in die Mondmission “Artemis 2”, deren Beginn durch technische Schwierigkeiten mehrfach verschoben wurde. Diese etwa zehntägige Mission führt die Astronauten auf einen historischen Pfad um den Mond, mit potentiell größter Entfernung von der Erde als jemals Menschen zuvor erreichten – nachdem dies zuletzt 1972 geschah.
Kurz nach dem Start kam es vorübergehend zu einer Unterbrechung der Kommunikation zwischen der Crew und dem Kontrollzentrum, wie Nasa-Chef Jared Isaacman bekannt gab. Während die Astronauten die Stimmen aus dem Kontrollzentrum hören konnten, war das Gegenteil nicht möglich. Das Problem wurde jedoch rasch gelöst.
“Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen – wirtschaftlich, militärisch und jetzt auch über die Sterne hinaus”, kommentierte US-Präsident Donald Trump vor dem Start.
Das Artemis-Programm wurde 2017 angekündigt und nach der Mondgöttin aus der griechischen Mythologie benannt. Die Crew wird eine Umlaufbahn ähnlich einer Acht um Erde und Mond fliegen, über eine Million Kilometer zurücklegen und sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernen. Dabei werden sie den weitesten Punkt hinter der erdabgewandten Seite des Mondes erreichen.
Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Weltraumflug, für Hansen der erste. Koch wird die erste Frau einer Nasa-Mondmission sein, Glover der erste nicht-weiße Mensch und Hansen der erste Kanadier.
Die “Orion”-Kapsel operiert größtenteils automatisch, wobei die Astronauten manuelle Steuerungen testen werden. Sie überwachen ihre Gesundheit und führen zahlreiche Tests und Messungen durch. Ihre Aufgaben umfassen auch wissenschaftliche Forschung sowie Fotos und Analysen von Erde und Mond.
Die Rückkehr zum Mond symbolisiert für die USA technologische und geopolitische Führung im Weltraumwettlauf und wird als Weg zur Sicherung nationaler Interessen betrachtet. Trump, der das Programm während seiner ersten Amtszeit ins Leben rief, sieht es auch als persönlichen Erfolg.
Ein neuer Wettlauf um den Mond ist seit Jahren entbrannt, mit China als großem Konkurrenten, das bis 2030 Menschen auf dem Mond sehen will. Russland plant ebenfalls, hat jedoch Verzögerungen zu bewältigen.