Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist Opfer eines erheblichen Diebstahls geworden. Ganze 12 Tonnen Schokolade, das entspricht mehr als 400’000 Riegel der Marke Kitkat, sind unerklärlich verschwunden.
Die Lieferung sollte vergangene Woche von Italien aus zu verschiedenen Produktions- und Vertriebsstandorten in Europa transportiert werden. Doch weder Lkw noch die Ladung mit den süßen Köstlichkeiten sind auffindbar.
Am Freitag gab Nestlé bekannt, dass man eng mit Behörden und Logistikpartnern zusammenarbeitet, um den Vorfall aufzuklären. Wie der Diebstahl genau geschah, bleibt noch im Dunkeln. Bekannt ist jedoch: Süsswaren sind bei Kriminellen beliebt.
In Großbritannien konnten die Behörden 2023 einen Dieb fassen, der 200’000 Schokoladeneier gestohlen hatte. Nach einer Verfolgungsjagd wurde ein verdächtiges Fahrzeug angehalten und die Beute im Wert von rund 42’000 Franken sichergestellt.
Die Polizei kommentierte den Erfolg mit einem Wortspiel: «eggcellent». Der festgenommene 32-jährige Dieb hatte seine Schokoladensammlung dabei.
Schweizer Schokolade war schon einmal Ziel eines großen Diebstahls. Im Jahr 2014 wurden in Italien mehr als 260 Tonnen Lindt & Sprüngli-Schokolade entwendet, deren Wert sich damals auf über sieben Millionen Euro belief. Später fanden Ermittler 50 Tonnen bei Neapel und weitere 20 Tonnen südlich von Rom.
In Deutschland gelang es einem Dieb im Jahr 2017 nicht, genug zu bekommen: Er entwendete 44 Tonnen Schokolade inklusive der beiden Anhänger. Der Schaden belief sich auf rund 400’000 Euro. Einer der Anhänger wurde kurz danach an einer Autobahn-Raststätte gefunden; der Fahrer hatte die Fracht zurücklassen müssen und war zu Fuß geflüchtet. Der zweite Anhänger wurde später ebenfalls lokalisiert, jedoch ohne die vermissten 22 Tonnen Schokolade.
Im gleichen Jahr verschwand in Deutschland ein mit etwa 20 Tonnen Süßigkeiten beladener Anhänger. Zur Beute zählten unter anderem Nutella-Aufstriche und Kinder-Überraschungseier, deren Wert auf 50’000 bis 70’000 Euro geschätzt wurde.
Diese Fälle illustrieren eine bekannte Schwachstelle in globalen Lieferketten: Standardisierte Produkte wie Schokolade sind für Kriminelle attraktiv. Sie lassen sich leicht transportieren, schnell weiterverkaufen und sind kaum rückverfolgbar – was sie zu einem lukrativen Ziel macht.