Ein kurzer, beunruhigender Moment hat die Wahrnehmung der am Samstag durchgeführten Mass-Voll-Demonstration in Luzern verändert. In einem Livestream soll ein Hitlergruß zu sehen gewesen sein.
Wie «20 Minuten» berichtet und auf Videoaufnahmen von StrickerTV gestützt, zeigte ein junger Mann während der Berichterstattung über die Kundgebung durch den Influencer Daniel Stricker diesen Gruß. Der Vorfall ereignete sich im Hintergrund des Streams.
Die Demonstration von Mass-Voll begann am Kurplatz und wurde bewilligt. «zentralplus» berichtete bereits am Samstag ausführlich über die Kundgebung, eine Gegendemonstration auf dem Europaplatz sowie das umfangreiche Polizeiaufgebot in der Innenstadt.
Laut Luzerner Polizei verliefen beide Anlässe ohne nennenswerte Zwischenfälle. Der «Republik»-Journalist Basil Schöni entdeckte die Geste, während er sich mit Mass-Voll befasste und ordnete diese Gruppierung klar dem organisierten Rechtsextremismus zu. Er äußerte zudem, dass weitere Neonazi-Symbole auf der Luzerner Kundgebung sichtbar gewesen seien.
Schöni betonte: «Man darf nicht auf die Selbstverharmlosung von Massvoll und der Jungen Tat reinfallen, sondern deren Zugehörigkeit zum organisierten Rechtsextremismus und ihre engen Kontakte zu klassischen Neonazis klar benennen.»
Daniel Stricker bemerkte während des Livestreams den Vorfall nicht. Er erklärte gegenüber «20 Minuten», hätte er die Szene gesehen, hätte er sie als «Vollpfosten» kommentiert.
Präsident von Mass-Voll, Nicolas Rimoldi, sprach im Hinblick auf diesen Vorfall von einer «gezielten Sabotage». Er bezeichnete dies als einen «inakzeptablen Einzelvorfall», den die Gruppe bedauere. Laut Bericht demonstrierten in Luzern 1500 Menschen friedlich und gemäß Bewilligung. Gegen Ende der Kundgebung sei ein Mann von der Polizei kontrolliert worden, eine Stellungnahme der Behörde zum Vorfall steht aus.
Verwendete Quellen:
– StrickerTV Stream
– Artikel in «20 Minuten»