In den frühen Morgenstunden kam es zu einem Großbrand in einem beliebten Klub nahe der französischen Grenze in Kehl. Hunderte Gäste konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, während die Flammen durch das Gebäude zogen und meterhohe Feuersäulen emporstiegen. Die genaue Ursache des Brandes bleibt noch unklar.
(dpa)Erinnerungen an das Silvester-Inferno von Crans-Montana werden wach, als sich in der Nacht ein Feuer im großen Klub in Kehl ausbreitet. Der Großteil der Gäste konnte rechtzeitig fliehen, während die Flammen den Klub zerstörten. Niemand wurde schwer verletzt, aber das Gebäude ist wahrscheinlich vollständig ausgebrannt.
«Wir tanzten gerade, als der Alarm ausgelöst wurde», berichtet ein Mädchen gegenüber der Zeitung «Dernières Nouvelles d’Alsace». «Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir mehrere Mädchen mit brennenden Haaren.»
Die Angaben der Polizei und Feuerwehr widersprechen diesen Schilderungen. Demnach erhielten lediglich drei Personen wegen der allgemeinen Situation medizinische Hilfe, blieben aber unverletzt. Sie wurden aufgrund von Stress behandelt, benötigten jedoch keinen Krankenhausaufenthalt.
«Als die Feuerwehr eintraf, stand der Klub bereits im Vollbrand», sagt Annette Lipowsky von der Stadtverwaltung Kehl. «Die Betreiber haben wirklich gut reagiert und alle Gäste rechtzeitig evakuiert.»
Auch Berichte aus dem elsässischen Hagenau bestätigen, dass mehrere Durchsagen in Deutsch, Französisch und Englisch die Gäste zur Evakuierung aufforderten. «Das Personal führte uns sicher heraus», zitieren sie die Tageszeitung. Es habe keine Panik gegeben.
Am Morgen nach dem Brand liegt der einst beliebte Klub in Trümmern, dichte Rauchschwaden steigen auf. Ein Bagger räumt Wände weg, damit die Feuerwehr an Glutnester im Inneren gelangen kann. Erst dann können die Brandermittler der Kripo das Gebäude betreten.
Der Klub liegt unweit der französischen Grenze im Ortenaukreis und zieht Gäste aus dem nahen Strassburg an, darunter Fans von Hip-Hop- und Afro-Musik. Er bietet Platz für bis zu 1500 Menschen. Nach Angaben der Polizei wurde das Feuer durch die Betreiber schnell eingedämmt, sodass angrenzende Gebäude nicht in Gefahr gerieten.
Mindestens 80 Einsatzkräfte aus verschiedenen Diensten waren im Einsatz. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch, Zeugen werden befragt. Über den Schaden liegen bislang keine Angaben vor.
Der Vorfall ruft Erinnerungen an das Brandunglück von Crans-Montana hervor, bei dem ein Silvesterfeuer in einer Bar 41 Menschenleben forderte und Dutzende verletzte. Damals waren Schaumstoffdekorationen die Ursache für den entfachten Brand.