Zum Start des neuen Lucerne Festival «Pulse» hat sich der renommierte Lichtkünstler Ólafur Elíasson in einer Kirche in Meggen bei Luzern präsentiert, gemeinsam mit dem Pianisten und Kurator Víkingur Ólafsson. Über drei Tage hinweg setzten sie auf ein spannendes Zusammenspiel von Lichtkunst und Musik. Elíasson schuf live eine Lichtinstallation, die auf das Spiel von Bachs Goldberg-Variationen reagierte, gespielt von seinem Künstlerkollegen Ólafsson, der mit dieser Komposition bereits weltweit begeisterte Zuhörer erreichte.
Ólafur Elíasson, bekannt für seine beeindruckenden Lichtinstallationen in Städten wie London, Paris und New York, gestaltete die Kirchenwände live während Ólafsson spielte. Letzterer wird das Festival «Pulse» drei Jahre lang kuratieren und plant, durch innovative Projekte neue Begegnungen zu schaffen. Unter dem Motto seiner ersten Ausgabe «time and space», betont er: «Klassische Musik entwickelt sich kontinuierlich weiter und ist keineswegs veraltet; sie bleibt ein dynamisches Medium». Diese Haltung spiegelt sich in einem Konzertprogramm wider, das klassische mit zeitgenössischer Kunst kombiniert. Elíasson beschreibt die Kollaboration als eine Art Überraschung: «Wenn Musik und Licht aufeinandertreffen, entsteht etwas Neues».
Die Piuskirche in Meggen bot mit ihrer modernen Architektur aus farbig gemasertem Marmor einen idealen Rahmen für Elíassons Arbeiten. Seine Installationen verwandelten den Kirchenraum abends durch Projektionen von aussen, die auf das musikalische Spiel und Bachs Strukturen abgestimmt waren.
Ólafsson bot eine beeindruckende Darbietung der Goldberg-Variationen, die er mit emotionaler Tiefe und modernem Flair interpretierte. Seine Überzeugung ist, dass diese Komposition einen Lebenszyklus darstellt, der bei jeder Aufführung neu beginnt.
Radio SRF 2 Kultur wird am 13. Mai um 9:03 Uhr über die Kooperation zwischen Víkingur Ólafsson und Ólafur Elíasson berichten.
Die Lichtinstallation von Elíasson bildete ein optisches Echo zu Ólafssons Spiel, wobei einige Visualisierungen stimmiger als andere wirkten. Letztlich schuf sich das Festival in Meggen ein immersives Gesamtkunstwerk. Trotzdem bleibt die Frage offen, ob solche visuellen Erweiterungen notwendig sind, denn Bachs Musik überdauert auch ohne sie.