In einer umfangreichen internationalen Aktion wurden über 373.000 Webseiten abgeschaltet und rund 600 Verdächtige identifiziert, wie das Justizministerium und die Polizei Bayerns bekannt gaben. In der Schweiz erfolgten fünf vorläufige Festnahmen, wie vom Bundesamt für Polizei Fedpol über Keystone-SDA bestätigt wurde. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Darknet auf der Plattform «Alice with Violence CP» sexuellen Kindesmissbrauch konsumiert und versucht zu haben, weiteres Material zu erwerben.
Globale Ermittlungen: Weltweit werden gegen etwa 600 Nutzer, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf Plattformen für Kinderpornografie gezahlt haben sollen, ermittelt. Trotz Bemühungen, ihre Identität zu verschleiern, wurden sie durch neue Ermittlungswerkzeuge ausgemacht. Dabei spielten die Analyse von Kryptowährungstransaktionen eine entscheidende Rolle, wie das bayerische Justizministerium und Polizei mitteilten.
Beteiligung der Schweizer Behörden: Die europäische Polizeibehörde Europol koordinierte die «Operation Alice», an der 23 Länder beteiligt waren, darunter USA, Kanada und Australien. In der Schweiz wirkte neben dem Fedpol auch die Luzerner Polizei sowie die Kantonspolizeien von St. Gallen, Thurgau und Zürich mit.
Langjährige Ermittlungen: Über vier Jahre hinweg hatten bayerische Behörden eine Darknet-Plattform im Fokus, auf der unter falschen Versprechungen sexualisierte Gewalt gegen Kinder zur Kaufanregung präsentiert wurde. In Deutschland fanden Durchsuchungen bei 14 Verdächtigen in neun Bundesländern statt. Gegen 89 Beschuldigte wurden Verfahren eingeleitet; die Münchner Beamten betonten, sofort zu handeln, wenn Gefahren für Kinder drohten.
Internationale Fahndung: Der mutmaßliche Drahtzieher, ein 35-jähriger Chinese mit Wohnsitz in China, wird international gesucht. Er soll Nutzer mit echtem Material zu schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angelockt haben, um sie in Fake-Shops abzuzocken. Weitere kriminelle Dienste wurden angeboten, ohne erbracht zu werden.
Hauptvorwurf: Dem Hauptverdächtigen wird vorgeworfen, von November 2019 bis zuletzt ein Netzwerk aus bis zu 287 Servern betrieben zu haben. Dieses beinhaltete Linksammlungen und Darknet-Suchmaschinen, um auf kinderpornografische Seiten hinzuweisen. Die Server wurden überwiegend bei deutschen Providern angemietet. Zwischen Februar 2020 und Juli 2025 bot er auf 32 verschiedenen Plattformen kinderpornografisches Material zum Kauf an, das über mehr als 90.000 Seiten zugänglich war. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich unterstrich, dass trotz der Nichtlieferung echte Inhalte in den Fake-Shops angepriesen wurden.