Nach einem Boom in der Pandemiezeit folgt nun ein Dämpfer: Die Vermögenswerte der Schweizer Pensionskassen schrumpfen, während gleichzeitig die Verpflichtungen steigen. Der Iran-Krieg hat den Deckungsgrad belastet; im ersten Quartal sanken die Vermögenswerte, während die Verbindlichkeiten anstiegen.
Der Pensionskassenindex von WTW fiel auf 123,5 Prozent, wie am Dienstag berichtet wurde. Zum Jahresende hatte er noch bei 128,5 Prozent gelegen. Nach einer starken Performance seit der Corona-Pandemie erlebte die Branche den größten Verlust auf der Aktivseite in zwei Jahren und drei Monaten: Die Vermögenswerte verringerten sich um 1,7 Prozent.
Gleichzeitig reduzierten sich die Diskontierungssätze von 1,21 Prozent auf 1,10 Prozent wegen fallender Anleiherenditen im Quartal. Dies führte zu einem Anstieg der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen um 2,2 Prozent.
Laut WTW legten die großen Zentralbanken eine geldpolitische Pause ein. Der Fokus lag auf der Beobachtung von Inflationsentwicklungen, geopolitischen Änderungen und Risiken für das Wirtschaftswachstum, anstatt weitere Anpassungen bei den Leitzinsen vorzunehmen.
Der Krieg in der Golfregion belastete die Finanzmärkte zusätzlich. Die Sperrung der Strasse von Hormus und Angriffe auf Öl- und Gasanlagen sorgten für einen Preisanstieg beim Rohöl.
Diese weltpolitischen Krisen beeinflussten die Finanzmärkte global, was sich in den Inflationserwartungen, den Anleiherenditen und der Bewertung von Risikoanlagen zeigte. “Trotz erster Stabilisierungstendenzen setzen die Märkte weiterhin eine anhaltende geopolitische Risikoprämie an, insbesondere bei energiebezogenen Anlagen, was die Volatilität erhöht”, so WTW.
Der WTW Pension Index bleibt auch nach diesem Einbruch deutlich über dem Niveau von Ende 2024, als er auf 120,9 Prozent gesunken war.
“Schweizer Pensionskassen sind trotz des jüngsten marktbasierten Rückschlags weiterhin in einer hervorragenden Verfassung”, schreibt WTW. Dies sei den soliden Reserven und verbesserten strukturellen Grundlagen sowie den nachhaltigen Effekten der starken Jahre nach Ende der Pandemie zu verdanken.