Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Bashar al-Asad Ende 2024 steht das Land vor zahlreichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund griff Israel kürzlich die Positionen der neuen syrischen Regierung im Süden an.
Bashar al-Asad regierte von 2000 bis 2024 autoritär und unterdrückte 2011 gewaltsam Proteste, was zu einem Bürgerkrieg führte, der über vierzehn Jahre andauerte und mehr als eine halbe Million Todesopfer forderte. Im Dezember 2024 wurde Asad von der HTS, einer islamistischen Rebellenorganisation, gestürzt. Trotz russischer Unterstützung gelang es seinen Truppen nicht, den Ansturm aufzuhalten.
Nach dem Fall des Regimes floh al-Asad nach Moskau, wo er Asyl fand. Im September 2025 wurde ein Haftbefehl gegen ihn wegen vorsätzlichen Mordes und Folter ausgestellt. Ahmed al-Sharaa, der Anführer der HTS, verkündete die friedliche Übernahme der Macht nach dem Fall von Damaskus.
Am 5. Oktober 2025 fanden die ersten Parlamentswahlen seit Asads Sturz statt. Kritiker bemängelten den Wahlprozess und warfen der Übergangsregierung Vetternwirtschaft vor, da ein komplizierter Auswahlmechanismus für die Abgeordneten gewählt wurde.
Politische Strukturen sind instabil; es existiert kein Fahrplan für eine neue Verfassung oder Präsidentschaftswahlen. Die Regierung steht vor der Herausforderung, Syrien wirtschaftlich und politisch neu aufzubauen, während die Infrastruktur zerstört ist und Millionen auf Hilfe angewiesen sind.
Die Wiedererlangung syrischer Ölförderung für den Export im September 2025 zeigt erste Schritte zur wirtschaftlichen Erholung. Allerdings bestehen weiterhin internationale Sanktionen, was die Entwicklung erschwert.
Spannungen bleiben hoch: In Kobane beispielsweise leiden Zivilisten unter einer belagerungsähnlichen Situation. Gewaltakte und Selbstmordanschläge häufen sich; zuletzt gab es einen tödlichen Angriff des IS, woraufhin die USA Vergeltungsschläge führten.
Syrien ist multiethnisch, mit Arabern als größter Gruppe. Die neue Regierung unter Sharaa verspricht Schutz für Minderheiten, steht aber vor Sicherheitsproblemen und Vorwürfen der Verstrickung in Gewaltakte. Massaker im März 2025 an Alawiten wurden nicht aufgeklärt. Im Juli eskalierten Konflikte zwischen drusischen Milizen und Beduinenclans.
Die neue Regierung kämpft mit ethnischen Spannungen und der Integration von Milizen in die nationale Armee, während sie versucht, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen.