Infolge jahrelanger Lieferverzögerungen hatte das Verteidigungsdepartement im Herbst Schweizer Zahlungen für das US-Flugabwehrsystem Patriot gestoppt. Die USA führten jedoch Schweizer Gelder, die für den F-35-Kampfjet bestimmt waren, stattdessen für Patriot ein – ein Umstand, der von SRF kürzlich aufgedeckt wurde.
Der Bundesrat hat heute über das weitere Vorgehen beraten und schließt einen Abbruch des Patriot-Kaufs nicht aus. Trotz der Umleitung von Geldern durch die USA bleibt er dabei, kein zusätzliches Geld für das System zu überweisen, bis Klarheit über Liefertermine und Mehrkosten herrscht.
Verteidigungsminister Martin Pfister bestätigte gegenüber den Medien, dass Gespräche mit den USA laufen und ein Abbruch des Kaufs eine der Optionen ist: «Wir verhandeln aktuell alle möglichen Lösungen mit den USA. Ein Abbruch gehört dazu. Die Bedingungen dafür sind uns jedoch noch nicht bekannt.»
Ein Abbruch ohne Rückzahlungen würde bedeuten, dass die rund 800 Millionen Franken verloren gehen könnten. Der Bundesrat plant bis Ende Juni eine Entscheidung zu treffen.
Zusätzlich zum Patriot-System beabsichtigt der Bundesrat, ein zweites europäisch hergestelltes Abwehrsystem mit großer Reichweite zu beschaffen. Das VBS wird in Kürze potenzielle Hersteller kontaktieren und plant im Sommer über den Lieferanten zu entscheiden.
Quelle: SRF 4 News, 23.03.2026, 12:45 Uhr