Der berühmte Schriftsteller Johann Peter Hebel, geboren 1760 in Basel und gestorben 1826 in Schwetzingen, war nicht nur ein evangelischer Theologe und Lehrer, sondern auch einer der prominentesten Autoren seiner Epoche. Sein literarisches Vermächtnis umfasst die «Alemannischen Gedichte», mit denen er der Mundart einen literarischen Rang verschaffte, sowie seine Kalendergeschichten – kurze Erzählungen über den Alltag, Moral und menschliche Schwächen.
Das bekannte Baslerlied «Z Basel am mym Rhy» entstand aus Hebels Gedicht «Erinnerung an Basel», das um 1806 verfasst wurde. In diesem Gedicht erinnert sich Hebel sehnsüchtig an seine Kindheit in Basel und beschreibt Orte wie die Pfalz, die Rheinbrücke oder den Petersplatz. Das Gedicht war ursprünglich nicht als Lied konzipiert, doch Jahrzehnte später wurde es vertont und entwickelte sich zur inoffiziellen Hymne der Stadt, die bei Veranstaltungen wie Fußballspielen im St.-Jakob-Stadion gesungen wird.
Hebel hat mit seiner Erstausgabe «Hebels sämtliche Werke», insbesondere dem Band «Alemannische und hochdeutsche Gedichte», bleibende Spuren in Basel hinterlassen. Sein Geburtshaus steht noch, und viele der im Baslerlied erwähnten Orte prägen das Stadtbild. Ein Denkmal auf dem Peterskirchplatz ehrt ihn zudem.
Zum 200. Todestag organisiert die Basler Hebelstiftung ein Jubiläumsjahr mit Lesungen, Konzerten und innovativen Vermittlungsformaten. Eine temporäre Klanginstallation namens «Hebel spricht!» ermöglicht es den Besuchern, Hebels Geschichten und Gedanken über Trichter und Röhren zu erleben.
Sebastian Mattmüller, Präsident der Basler Hebelstiftung, betont Hebels Aktualität: Seine Texte behandeln alltägliche Themen mit Humor und Einsicht. «Hebel spricht über Dinge, die uns noch heute beschäftigen», sagt er. “Über menschliche Schwächen, kluge Ideen und Umgangsweisen mit der Welt.” Hebels Sprache mag alt sein, doch seine Gedanken sind zeitlos.
Regionaljournal Basel, 14.4.2026, 17:30 Uhr