Nicholas Potter, ein linker Journalist, macht sich Sorgen über die Radikalisierung junger Linker. Seit er Sympathien dieser Gruppe für islamistische Bewegungen anspricht, wird er mit Verleumdung und Morddrohungen konfrontiert. In Berlin angekommen, einem Magnet für Künstler und Studenten, erlebte Potter bald eine andere Seite der Stadt: Aufkleber brandmarkten ihn als «The German Hurensohn», und Fahndungsplakate bedrohten sein Leben aufgrund seiner kritischen Berichterstattung über Antisemitismus und Extremismus. Potter, heute Redaktor bei der Berliner Tageszeitung “TAZ”, hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Seine Bücher – darunter «Judenhass Underground» und das aktuelle Werk «Die neue autoritäre Linke» – beleuchten die Verstrickungen zwischen Linken und islamistischen Gruppen sowie den Aufstieg altbackener antiimperialistischer Ansichten. Potter, der sich für emanzipatorische und liberaldemokratische Werte stark macht, kritisiert, dass marginalisierte radikale Positionen wieder an Einfluss gewinnen. Dies geschieht trotz seiner eigenen Verwurzelung im linksalternativen Milieu und seines aktiven Engagements gegen Rechtsextremismus in der Jugend. Seine Arbeit als Journalist führte ihn unter anderem nach Israel, wo er mit Morddrohungen konfrontiert wurde. Auch andere Kritiker wie Eva Illouz oder Jens Balzer erleben ähnliche Anfeindungen innerhalb ihrer linken Kreise. Potter spricht von einem autoritären Anspruch innerhalb der neuen Linken, die Ambivalenz ablehne und einen Bekenntniszwang fordere. Er hebt hervor, dass junge Aktivisten oft über soziale Medien radikalisiert werden und sieht in der aktuellen Situation Parallelen zur 68er-Bewegung. Potter deckt auf, wie russische Propaganda-Medien bei der autoritären Linken punkten und Desinformation verbreiten. Trotz heftiger Reaktionen auf seine Berichte bleibt Potter bei seinen Überzeugungen, unterstützt von seiner Redaktion und engagiert in einer Zeitung, die unterschiedliche Perspektiven zulässt. Er plädiert dafür, dass die Linke sich ihrer Werte bewusst wird und ihre Radikalisierung kritisch hinterfragt, um eine Bedrohung für die Demokratie abzuwenden.