Das berühmte Schweizer Nationalgewürz Aromat ändert den Besitzer und wird Teil eines amerikanischen Konzerns, da Unilever sein Gewürzgeschäft mit dem US-Unternehmen McCormick fusioniert. Zu Unilever gehört auch der Hersteller von Aromat, Knorr. Eine Petition versucht diesen Verkauf zu verhindern. Doch Aromat ist nicht allein: Zahlreiche Schweizer Traditionsmarken sind längst in ausländischen Händen.
Sugus wurde 1931 als Fruchtsaftbonbon von der Neuenburger Schokoladenfabrik Suchard eingeführt. Aufgrund hoher Kakaopreise erwarb das Unternehmen eine Lizenz für ein weiches Polen-Bonbon. Sugus avancierte zum Klassiker, obwohl es heutzutage nicht mehr als Schweizer Produkt gilt. 1990 übernahm Kraft Foods Suchard und verlagerte drei Jahre später die Produktion ins Ausland. 2004 wurde das Süssigkeitengeschäft an Mars Wrigley verkauft.
Ovomaltine, einst ein schweizerisches Getränk erfunden von Georg Wander in Bern Ende des 19. Jahrhunderts, wurde international bekannt. Das Pharmaunternehmen Sandoz (heute Novartis) übernahm die Marke 1967 und verkaufte sie 2002 an das britische Unternehmen Associated British Foods. Obwohl die Produktion auf mehrere Länder verteilt ist, entsteht in Neuenegg bei Bern weiterhin Pulver für Europa.
Toblerone, seit 1908 eine weltbekannte Schweizer Marke, gehört bereits seit 1990 zu Mondelez International. Die Produktionsteile wurden vor drei Jahren nach Slowakei verlagert und das Label änderte sich von “aus der Schweiz” zu “gegründet in der Schweiz”, wobei auch das Matterhorn vom Etikett verschwand. Im letzten Jahr investierte Toblerone 65 Millionen Franken in die Berner Fabrik, sodass dort hergestellte Produkte mit dem Schweizerkreuz werben dürfen.
Milka, gegründet von Philippe Suchard im Jahre 1901, gehört ebenfalls zu Mondelez International. Die Schokolade wird nicht mehr in der Schweiz produziert, sondern hauptsächlich in Deutschland, Österreich und Bulgarien, wodurch sie die Kriterien für “Swiss made” verfehlt. Dennoch werden Schweizer Symbole auf den Verpackungen verwendet.
Valser, das als typisches Schweizer Mineralwasser gilt, wurde 2002 von Coca-Cola übernommen. Obwohl Ängste vor einer “Amerikanisierung” bestanden, wird Valser weiterhin in Vals abgefüllt, während Vertrieb und Strategie international gesteuert werden.
Hero, gegründet 1886 im Aargau, wurde 1995 von der Schwartau-Gruppe übernommen und gehört heute der Familie Oetker. Die Produktion ist seitdem ins Ausland verlagert worden, wobei das Lenzburger Werk Ende 2024 schließt.
Feldschlösschen, die größte Schweizer Brauerei, wurde 2000 von Carlsberg gekauft und produziert weiterhin in Rheinfelden, als Tochtergesellschaft des dänischen Konzerns. Der Goldhase von Lindt & Sprüngli wird seit 1952 hergestellt, obwohl er in Deutschland produziert wird. Die Hasen wurden erst 1994 in die Schweiz gebracht und haben seither international Verbreitung gefunden.