Die Blockade der Strasse von Hormus bleibt bestehen, was im Sommer zu einem Kerosinmangel in der Luftfahrt führen könnte. In der Schweiz wächst die Sorge unter den Reisenden.
Der Konflikt zwischen Iran und anderen Staaten hat weitreichende Folgen, darunter auch für die europäische Luftfahrt. Die Internationale Energieagentur (IEA) gibt an, dass etwa 75 Prozent des in Europa importierten Kerosins aus dem Mittleren Osten stammen. Aufgrund der Treibstoffknappheit haben mehrere Airlines bereits Flüge gestrichen.
Die Reisekosten könnten aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit steigen, was zu einem Buchungsboom in Ländern wie Dänemark führt. Auch Schweizer Reisebüros berichten über ähnliche Entwicklungen. Die IEA warnt, dass mehrere europäische Staaten innerhalb der nächsten sechs Wochen mit einer Kerosinknappheit konfrontiert sein könnten.
In der Schweiz dürfte das Kerosin aufgrund von Pflichtreserven zumindest bis Mitte Juli ausreichen. Dennoch sind Verunsicherung und Zurückhaltung unter Flugreisenden spürbar, wie Romy Obrist vom Reisebüro Bischofberger Reisen berichtet: «Viele Kunden warten aufgrund der geopolitischen Lage die weitere Entwicklung ab.»
Einige Destinationen werden als gefährlich eingestuft und daher kaum noch gebucht. Die Befürchtung, dass Flugpreise steigen oder Flüge wegen Kerosinmangels annulliert werden könnten, ist unter den Kunden verbreitet.
Flugverbindungen im Mittleren Osten nehmen ab, da die Drehkreuze wegfallen und sich dies auf die Preise auswirkt. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss meldet ein Buchungsplus für Strecken nach Asien oder Afrika, da Passagiere vermehrt europäische Airlines nutzen.
Die Airline Edelweiss verzeichnet bisher kaum Auswirkungen des möglichen Kerosinmangels auf das Buchungsverhalten. «Keine deutliche Verschiebung zu früheren oder erhöhten Buchungen ist erkennbar», so Mediensprecher Andreas Marti.
Eine Prognose zur Entwicklung der Ticketpreise in den kommenden Monaten bleibt schwierig.
Das Reisebüro Dertour berichtet über eine Veränderung im Buchungsverhalten: Kunden buchen kürzerfristiger und bleiben flexibler, besonders preisbewusste Reisende. Eine Verschiebung der Reiseziele ist bei Dertour und Edelweiss zu beobachten. Beliebt sind aktuell Ziele im westlichen Mittelmeerraum wie Spanien oder Portugal, während Orte in der Nähe des Nahen Ostens weniger gefragt sind.