Der Kerzerslauf wird in diesem Jahr in einem angepassten und würdevollen Rahmen durchgeführt. Mit besonderen Gedenkelementen und dem Verzicht auf die Warm-up-Party möchten die Organisatoren den Opfern, ihren Angehörigen und allen Betroffenen des Busbrandes Respekt zollen und gleichzeitig ein Zeichen von Gemeinschaft und Zusammenhalt setzen, heisst es in der Medienmitteilung des OK. Der tragische Brand hat die Region tief erschüttert. Die Gedanken des Organisationskomitees des Kerzerslaufs sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie bei allen Betroffenen, heisst es weiter. Viele der Helferinnen und Helfer, die den Anlass jedes Jahr möglich machen, stammen aus der Region – zahlreiche von ihnen sind in unterschiedlicher Weise von der Tragödie betroffen.
OK-Präsident Markus Ith erklärt: «Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Der Kerzerslauf ist ein sportlicher Anlass, der viele Menschen zusammenbringt. Gerade in einer schwierigen Zeit kann Bewegung und gemeinsames Unterwegssein auch ein Zeichen von Zusammenhalt sein. Gleichzeitig ist es uns wichtig, den Anlass in einem würdevollen und respektvollen Rahmen durchzuführen.»(has)
Die Post hat ihre Jahresmedienkonferenz am Donnerstag mit einer Schweigeminute eröffnet. Beim Postauto-Brand in Kerzers sind sechs Menschen gestorben, darunter der Fahrer des Postautos. Die Post sei mit der Familie in Kontakt, sagte Präsident Christian Levrat. «Wir sind erschüttert über den Verlust unseres geschätzten Kollegen». Die Post teile den Schmerz und die Fragen der Betroffenen: «Wie kann so etwas in der Schweiz passieren? Was ist die Ursache und wieso hat sich das Feuer so schnell ausgebreitet? Auch wir wollen Antworten und unterstützen die Untersuchung, wo wir können.»
Die Post habe sich überlegt, die Jahresmedienkonferenz zu verschieben, habe sich aber dagegen entschieden. «Die Post muss ihren Auftrag auch in schwierigen Zeiten erfüllen», sagte Levrat. «Das taten wir während der Coronakrise, während Klima-Katastrophen und das tun wir auch jetzt.» Die Post bringe den Opfern Respekt entgegen, in dem sie jeden Tag für die Bevölkerung da sei.(ehs)
Die Post bestätigt, dass unter den Todesopfern von Kerzers auch der Busfahrer ist. In einer Mitteilung teilt das Unternehmen seine Erschütterung mit. Stefan Regli, CEO von Postauto und Mitglied der Konzernleitung der Post, sagt: «Die Konzernleitung und der Verwaltungsrat der Post sowie alle Mitarbeitenden der ganzen Post-Familie sind tief betroffen über den Verlust unseres geschätzten Kollegen.»
Die Post sei mit der Familie des 63-jährigen Portugiesen in Kontakt und stehe ihr zur Seite. Regli: «Er war ein geschätzter Kollege und Teil der Postauto‑Familie.»(jbl)
Nach dem Brand eines Postautos in Kerzers sind inzwischen alle Todesopfer und Verletzten identifiziert. Wie die Kantonspolizei Freiburg am Mittwochabend mitteilte, kamen zwei Frauen (25 und 39), zwei Männer (16 und 29), alle Schweizer Staatsangehörige aus der Region, sowie der 63-jährige portugiesische Busfahrer ums Leben. Auch der mutmassliche 65-jährige Schweizer Täter ist tot.
Bei den Verletzten handelt es sich gemäss den Polizeiangaben um zwei Männer (34 und 61), zwei Frauen (27 und 56), alle Schweizer Staatsangehörige, sowie einen 32-jährigen kosovarischen Staatsbürger. Zwei Personen – die 56-jährige Frau und der 34-jährige Mann – befinden sich weiterhin im Spital. Alle Betroffenen wohnen in der Region.(luk)
Nach dem tragischen Brand eines Postautos am Dienstagabend fand am Mittwoch um 19 Uhr in der reformierten Kirche von Kerzers eine ökumenische Gebets- und Andachtsfeier statt. Diese von den Freiburger Kirchen unterstützte Gedenkfeier soll die Solidarität mit den Opfern und den Rettungskräften zum Ausdruck bringen.
In Kerzers FR versammeln sich zunehmend Menschen für den Gedenkmoment für die Opfer. Bundespräsident Guy Parmelin legt Blumen nieder.(cpf)
Beim verbrannten Postauto handelt es sich laut Informationen von CH Media um ein Niederflur-Fahrzeug des deutschen Herstellers Setra. Der Dieselbus war seit einigen Jahren bei einem lokalen Busunternehmen aus Murten FR im Einsatz, das für Postauto und die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF Buslinien betreibt. Der Bus verfügt über eine Türe vorne und eine in der Mitte, aber keine dritte Türe am Ende. Wer im Heck des Busses sitzt, kann ihn deshalb nur in eine Richtung verlassen.
Der Kraftstofftank befindet sich zwischen der vorderen und mittleren Türe, Batterien im Heck des Busses. Gemäss Angaben des Herstellers beträgt der Zeitraum zwischen Entstehung eines Brands und dem Vollbrand «nur wenige Minuten». Das in den Bussen des Herstellers verbaute Magnesium und Aluminium könne im Brandfall Temperaturen von 2000 bis 3000 Grad Celsius erreichen.(ehs)
Das Bild des Täters von Kerzers verdichtet sich. Vor der Tat war er hospitalisiert in einem Berner Spital – aber nicht wegen eines psychischen Leidens, wie der Freiburger Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin am Rande der Medienkonferenz sagte. Am Dienstag, um 13 Uhr, machte das Spital eine Vermisstmeldung bei der Berner Kantonspolizei, wie Sprecherin Flurina Schenk gegenüber CH Media sagte.
Die Polizei nahm mit der Familie Kontakt auf, leitete Suchmassnahmen ein und schickte eine Patrouille los. Dies, um allfällige Hinweise auf eine Fremd- oder Selbstgefährdung zu erhalten sowie mögliche Aufenthaltsorte ausfindig zu machen. Ausserdem meldete die Polizei die vermisste Person sowohl im internen Fahndungssystem als auch im nationalen Fahndungssystem Ripol. Es gelang ihr jedoch nicht, den späteren Täter zu lokalisieren.
Pikant: Die Kantonspolizei prüfte, ob eine Gefahr für die Bevölkerung bestand. Sie kam jedoch zum Schluss, dass dies nicht der Fall war. «Es gab keine Hinweise auf eine Fremd- oder Selbstgefährdung», sagte Schenk gegenüber CH Media. An der Medienkonferenz hiess es, der Täter sei im medizinischen Kontext bekannt, nicht aber in einem polizeilichen. Dieser Information widerspricht Schenk. Auf Anfrage bestätigt sie: «Der Täter war im Kanton Bern polizeilich bekannt wegen Betäubungsmitteln.»(dk)
Bei dem Postauto-Brand in Kerzers ist eine Moderatorin von Radio Energy ums Leben gekommen. Dies verkündete der Radiosender am Mittwochnachmittag auf seinem Instagram-Kanal; zuvor hatte der «Blick »darüber berichtet. Dabei handelt es sich um die 26-jährige Lara Baumgartner, die unter anderem das Midday- und Wochenend-Programm moderierte.
Die 26-Jährige war zuvor auch beim Solothurner Sender Radio 32 als Moderatorin tätig. Die Morgenshow-Moderatoren des Senders würdigten Lara Baumgartner am Donnerstagmorgen in ihrer Sendung und beschrieben sie als liebenswerte, fröhliche junge Frau. «Wir wissen, Lara hätte gewollt, dass wir heute trotzdem für euch da sind», hiess es in der Morgenshow. Radio 32 gehört zur gleichen Mediengruppe (CH Media) wie diese Zeitung.
Die Identität der anderen fünf Opfer ist der Öffentlichkeit weiterhin nicht bekannt.(cpf)
In einer Mitteilung des Kantons Freiburg werden die wichtigsten Informationen zusammengefasst:
Nach der Fragerunde wurde die Pressekonferenz beendet. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.(fan)
Von den fünf verletzten Personen waren zwei leicht verletzt. Auch von den drei Schwerverletzten konnte eine Person bereits aus dem Spital entlassen werden. Zwei Personen sind noch hospitalisiert.(jus)
Diese Frage kann die Kantonspolizei Freiburg noch nicht beantworten. Man wolle zuerst die Familien der Opfer informieren, bevor detaillierte Informationen zu den Opfern veröffentlicht werden. Die Personen im Bus seien zwischen 1961 und 2009 geboren. Demnach ist mindestens ein Opfer minderjährig.(fan)
Die Person, die sich im Bus angezündet hat und als psychisch instabil bezeichnet wird, soll um die 60 Jahre alt gewesen sein. Den Täter haben die Behörden bislang noch nicht formell identifiziert. Der Schweizer, der als «randständig» bezeichnet wird, sei aber eher im Bereich der Medizin bekannt, als im Bereich der Strafverfolgung.(fan)
Momentan werden verschiedene Videos sichergestellt, darunter fallen auch Aufnahmen von Überwachungskameras. Laut den Behörden müssen noch verschiedene Videos gesichtet werden, die auch in den sozialen Netzwerken zirkulieren.(fan)
Sechs Personen kamen beim Postautobrand ums Leben. Einige Passagiere konnten aus dem Bus fliehen. Warum sind die Opfer nicht aus dem Bus gekommen?
Eine genaue Antwort kann die Kantonspolizei Freiburg zu diesem Zeitpunkt noch nicht liefern, sagt Polizeikommandant Philippe Allain. Man überprüfe derzeit Aufnahmen von Videokameras.(fan)
Generalstaatsanwalt Raphael Bourquinbekräftigt, dass es keine Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund gebe. Er bestätigt aber Zeugenaussagen, dass sich ein Mann im Bus selbst angezündet habe. Laut aktuellem Kenntnisstand befindet sich der Täter unter den Todesopfern. Eine Strafuntersuchung wurde eröffnet. Die Vorwürfe lauten auf Totschlag, vorsätzliche Brandstiftung und Gefährdung des Lebens anderer.(fan)
Die Identifikation der Opfer nehme Zeit in Anspruch, betont der Freiburger Polizeikommandant. Man wolle erst die Angehörigen informieren, bevor die Informationen über die Toten vermutlich im Verlauf des Nachmittags öffentlich bekannt gegeben werden.(chm)
Philippe Allain, der Kommandant der Kantonspolizei Freiburg, teilt die neuesten Erkenntnisse der Polizei:
Der mutmassliche Täter habe alleine gehandelt. Er war vermutlich Schweizer und im Kanton Bern wohnhaft. Er war den Behörden bereits als «psychisch instabil» bekannt und galt als vermisst. Die Polizei spricht von einer «vorsätzlichen Tat ohne ideologisches Motiv».(fan)
DerFreiburger Regierungspräsident Philippe Demierrehat das Wort. Er bestätigt, dass sechs Personen beim Postautobrand ums Leben gekommen sind und fünf Personen verletzt wurden. Demierre sprach den Betroffenen sowie den Familienangehörigen Solidarität aus.
Der FreiburgerSicherheitsdirektor Romain Collaudergänzt: «Es ist ein schwarzer Tag für unseren Kanton.»(fan)
Die Behörden wollen nun eine Bilanz zur Lage ziehen.
Verkehrsminister Albert Rösti nahm sein Votum im Ständerat zum Anlass, den Betroffenen des Unglücks von Kerzers sein Bedauern auszusprechen: «Erlauben Sie mir, bevor ich auf die Sachlage, auf dieses Geschäft eingehe, mich als Vertreter der Post den Worten Ihres Präsidenten eingangs Debatte betreffend dieses schrecklichen Unglücks anzuschliessen und mein Bedauern auszudrücken», sagte er am Mittwochmorgen. Er wünsche den Betroffenen «die nötige Kraft und alles Gute in dieser schrecklichen Situation».(bro)
Um 17 Uhr soll eine Delegation des Freiburger Staatsrates eine Ansprache in Kerzers halten. Zwei Stunden später findet in der Reformierten Kirche in Kerzers eine ökumenische Gebets- und Andachtsfeier statt. «Wir haben mit grosser Trauer von der Tragödie erfahren, die sich gestern Abend in Kerzers ereignet hat, und möchten unsere tiefe Solidarität zum Ausdruck bringen», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche und die Katholischen Kirche des Kantons Freiburg.(fan)
Bei dem verbrannten Fahrzeug handelt es sich um ein Postauto, das Platz für 75 Personen bietet. Dies teilte Postauto-Mediensprecher Benjamin Küchler auf Anfrage von CH Media mit. Die Sozialberatung der Post stehe den Mitarbeitenden vertraulich zur Verfügung. «Unser CEO Stefan Regli und weitere Mitarbeitende haben heute Morgen vor Ort die Mitarbeitenden informiert und sich um ihre Fragen und Anliegen gekümmert», so Küchler weiter.
Er äusserte sich auch zu Sicherheitsaspekten. So werde das Fahrpersonal im Rahmen des obligatorischen Einführungsprogramms und regelmässiger Weiterbildungen auch für Brandfälle geschult. In allen Postautos können Fahrgäste die Türen mit einem Schalter für die Notöffnung selbst öffnen. Jeweils im vorderen Bereich des Fahrzeugs befindet sich ein Feuerlöscher. Zudem gibt es mehrere Nothämmer, mit denen die Scheiben eingeschlagen werden können.(kä)
Um 14 Uhr werden die Freiburger Behörden im Gebäude der Kantonspolizei vor die Medien treten. Gemäss Mitteilung wollen sie «eine Bilanz zur Lage ziehen». Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.(fan)
Der mutmassliche Täter von Kerzers soll den Behörden wegen «psychischer Instabilität» bekannt sein. Dies berichtet der Westschweizer Fernsehsender RTS. Der Mann soll im Kanton Bern gewohnt haben.
Augenzeugen hatten berichtet, dass sich ein Mann im Bus mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und dann angezündet habe. Dies hat die Polizei zur Kenntnis genommen, aber bis dato noch nicht bestätigt. Sie vermutet jedoch, dass eine Person den Brand vorsätzlich ausgelöst haben soll.(fan)
Busse sind heute so leicht wie nie zuvor: Abgesehen von der wichtigsten Metallstruktur bestehen die Innenverkleidungen, der Boden, die elektronischen Bauteile, die Sitze und vieles mehr aus Polymeren. Selbst das Glas besteht manchmal aus Kunststoff. «In einem Bus gibt es wirklich viel von diesen Materialien», sagt Sabyasachi Gaan, Gruppenleiter Chemie Advanced Fibers bei der Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa. «Und sind zwar meist so fabriziert, dass sie brandverzögernd sind. Sie bleiben aber durch den Kohlenwasserstoff darin brennbar, wenn ein grosses Feuer ausbricht.»
Doch es gilt: Meist ist nicht das Feuer an sich tödlich – die giftigen Gase, die bei der Verbrennung entstehen, töten zuerst. «So oder so entsteht bei einem Brand giftiges Karbondioxid, aber wenn der Raum klein ist und der Sauerstoff knapp ist, dann entsteht Kohlenstoffmonoxid, bei dem die tödliche Dosis noch viel kleiner ist», sagt Gaan.
Das Gift bewirkt, dass Personen zuerst verwirrt sind und dann ohnmächtig werden. Bei extrem hoher Konzentration von Kohlenmonoxid (12’800 ppm, der Konzentration von Partikeln) in einem Raum kann Bewusstlosigkeit schon nach wenigen Atemzügen eintreten und die Person innert Minuten tot sein.
Ein Holzfeuer in einem Raum ohne Abluft setzt beispielsweise rasch rund 5000 ppm Kohlenmonoxid frei: Dieser Wert führt zu Kopfschmerzen und kann nach nur einer Viertelstunde zum Tod führen.(kus)
Vincent Ducrot, Konzernchef der SBB, hat an der Jahresmedienkonferenz seine Anteilnahme ausgedrückt. Er sagt, wie die SBB auf das Branddrama mit sechs Toten reagieren.
Vincent Ducrot:«Zuerst müssen die Umstände genau geklärt werden. Die Ermittlungen laufen. Wir bauen unser Sicherheitsdispositiv laufend aus. Sicherheit ist ein Dauerthema in der Konzernleitung. Unsere Fachleute ziehen Lehren nicht nur aus Vorfällen bei uns, sondern auch aus solchen bei anderen Unternehmen im In- und Ausland. Dazu gehört auch das sehr tragische Ereignis in Kerzers.»
Was raten Sie Reisenden in einer ähnlichen Situation?
«Ein Zug ist nicht das gleiche wie ein Bus. In einem Zug gibt es mehr Fluchtwege. Man kann auf beide Seiten entkommen. Das ist anders, als wenn in der Mitte eines Busses etwas passiert. Unser System ist grundsätzlich sehr sicher.»
Die SBB verzeichnen ebenfalls mehr Angriffe auf ihr Personal.
«Diese Entwicklung macht uns Sorgen. Wir wollen darauf etwa mit Bodycams für Kundenbegleiter reagieren und hoffen, dass das Gesetz so angepasst wird, dass dies möglich wird.»(ehs)
In unmittelbarer Nähe zu dem Ort, wo das Postauto komplett ausbrannte, wurde eine Gedenkstätte eingerichtet. Dort können Trauernde ihre Anteilnahme ausdrücken. Sechs Menschen kamen nach derzeitigem Kenntnisstand ums Leben.
Bereits am Abend wurde eine Hotline für Betroffene eingerichtet. Sie ist unter der Nummer 0800 261 700 zu erreichen.(fan)
Nach dem Postautobrand in Kerzers ist eine Person aus dem Spital entlassen worden. Beim Brand wurden fünf Personen verletzt, darunter eine Rettungskraft. Drei Verletzte wurden ins Spital eingeliefert, zwei davon mit schweren Verletzungen. Eine Person «konnte in der Nacht entlassen werden», sagte Martial Pugin, Kommunikationschef der Kantonspolizei Freiburg, am Mittwochmorgen im Radio RTS.(fan)
Das mediale Interesse am Busfeuer ist gross. Vor Ort sind Medienschaffende aus der ganzen Schweiz, auch ein Team von RTL ist aus Deutschland angereist. Die Polizei ist mit zwei Personen präsent.(watson.ch)
Die Gemeinde Kerzers bekundet auf ihrer Website ihre Betroffenheit mit den Familien und Angehörigen der Opfer: «Wir sind in Gedanken mit allen Personen, die vom Ereignis betroffen sind.»(fan)
Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ist im Zusammenhang mit dem mutwillig ausgelösten Postautobrand in Kerzes in Austausch mit der Freiburger Kantonspolizei. Dies bestätigt das Fedpol am Mittwochmorgen auf Anfrage von CH Media.
Zu den gesetzlich festgelegten Aufgaben des Fedpol gehören unter anderem Ermittlungen im Bereich von Straftaten im Zusammenhang mit Terrorismus, organisierter Kriminalität und Sprengstoffdelikten. Wie der Freiburger Sicherheitsdirektor Romain Collaud (FDP) am Mittwochmorgen gegenüber RTS sagte, gibt es bislang jedoch keine Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund der Tat.
Über weitere Erkenntnisse zum Hergang und zum Hintergrund der Tat wollen die Freiburger Behörden an einer Medienkonferenz um 14 Uhr informieren.(cbe)
Ein Augenzeuge und Ersthelfer berichtet von dramatischen Szenen beim Postautobrand in Kerzers FR. Passagiere hätten das Postauto teilweise mit brennenden Kleidern verlassen: «Eine Frau brannte. Wir konnten das Feuer bei ihr per Hand löschen.» Dann wollte er mit einem Feuerlöscher helfen. Doch das Feuer war zu gross, die Flammen schossen aus der Tür.(fan)
SBB-Chef Vincent Ducrot hat im Namen aller Mitarbeitenden der SBB sein Mitgefühl und tief empfundenes Beileid ausgedrückt: «Ein solches Ereignis trifft die ganze ÖV-Familie der Schweiz. Ich war selber Chef eines Bus-Unternehmens. Ich weiss, was man als Mensch in solchen Situationen erlebt. Wir sind alle zutiefst bestürzt.»(chm)
Das Postauto brannte im Zentrum von Kerzers aus, wo sich diverse Geschäfte befinden. Die Apotheke bleibt heute zu. Der Spar ist zwar offen, der Filialleiter ist aber alleine im Geschäft. Seine Mitarbeitenden bleiben heute zu Hause. «Es wird sowieso nicht viel los sein», sagt er. Weiter äussern will er sich nicht.
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite öffnet Mina Gendre die Drogerie. Die 27-Jährige ist sichtlich bewegt. Am Vorabend hat sie gesehen, wie ein brennender Mann aus dem Postauto rannte; wie an anderer Mann Steine gegen die Fenster des Postautos warf, um den Passagieren eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen. Die Hilfe sei schnell vor Ort gewesen, sie selbst musste wegen des Rauchs die Drogerie schliessen. Sie brachte noch einen Feuerlöscher, doch dieser wurde nicht gebraucht. Die junge Frau fühlte sich an die Brandkatastrophe von Crans Montana erinnert. Sie spricht von ihrer Traurigkeit und darüber, wo man heute noch sicher sei. Und auch über ihre eigene Hilflosigkeit. Sie hätte gerne mehr geholfen.(dk)
Wenig weist am Mittwochmorgen in Kerzers auf das Drama vom Vorabend hin: Journalisten und Kameras, Absperrbänder, versengte Bäume und wenige Spuren auf dem Trottoir.
Um 8.15 Uhr kommt eine Frau mit ihrem Sohn vorbei und legt einen Strauss gelber Blumen nieder und spricht ein Gebet für die Opfer und deren Angehörigen. «Ich möchte unser Mitgefühl ausdrücken. Viele unserer Bekannten und Freunde nehmen oft diesen Bus. Es ist ihnen nichts passiert, doch es hätte jeden von uns treffen können», sagt Vanessa Liuzzi (37). Sie spricht von der Trauer im Dorf, vom Unglauben, dass so etwas «bei uns in Kerzers» passiert.
Sie sucht nach einem Wort, um das «etwas» zu benennen, sagt schliesslich «Anschlag». «Ich bin traurig und schockiert.» Ihr Sohn habe am Dienstagabend den Helikopter gehört, eine Kollegin habe kurz darauf ein Video geschickt. Die Trauer im Dorf sei gross.(dk)
Der Nationalrat eröffnet seine Sitzung am Mittwochmorgen mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Postauto-Brands von Kerzers. Nationalratspräsident Pierre-André Page spricht den Angehörigen im Namen des Nationalrats sein Mitgefühl aus, den Verletzten wünscht er gute Besserung. Die Tragödie treffe mehr als eine Region und einen Kanton. Der SVP-Nationalrat aus dem Kanton Freiburg drückt seine Hoffnung aus, dass die Hintergründe des Vorfalls bald aufgeklärt werden.(sbü)
Im Westschweizer Fernsehen RTS spricht der Freiburger Sicherheitsdirektor Romain Collaud (FDP) den Opfern und Angehörigen am Mittwochmorgen sein Beileid aus. Angesprochen auf die Frage, ob er ein terroristisches Tatmotiv ausschliessen könne, sagte Collaud: «A priori gibt es keine Anhaltspunkte, die auf einen Anschlag hindeuten.» Man müsse aber den weiteren Verlauf der Ermittlungen abwarten. Die Polizei kommt zum selben Schluss: «Bisher gibt es keine Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund», sagte Martial Pugin, Kommunikationschef der Kantonspolizei Freiburg, am Mittwochmorgen gegenüber RTS.
Die sechs Todesopfer sind noch nicht identifiziert. Collaud erklärte, die Identifikation könne mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Anzahl der Todesopfer spiele dabei keine Rolle, der Prozess brauche einfach seine Zeit.
Weiter stellte der Freiburger Sicherheitsdirektor klar, dass es sich beim Unglückspostauto um ein Fahrzeug mit Verbrennungsantrieb und nicht um eines mit elektrischem Motor gehandelt habe. Weitere Einzelheiten zum Vorfall in Kerzers konnte Collaud keine liefern. Um 14 Uhr findet eine Medienkonferenz statt.(jus)
Am Dienstagabend um 18.25 Uhr geriet ein Postauto im Dorfzentrum von Kerzers FR in Brand. Das Fahrzeug war auf der Fahrt von Düdingen zur Endstation beim Bahnhof und brannte vollständig aus. Polizei und Feuerwehr standen mit einem Grossaufgebot im Einsatz.