Edelmetalle wie Gold und Silber bieten laut einer Studie erhebliche Vorteile für das langfristige Vermögensmanagement. Sie können die Performance eines reinen Aktienportfolios deutlich verbessern, wie Forschungen von Thorsten Hens und Alvin Amstein vom Department of Finance der Universität Zürich zeigen.
Der bekannte Ausdruck «Nach Golde drängt, Am Golde hängt», stammt aus Johann Wolfgang von Goethes “Faust I”. Die anschließende Zeile wird oft übersehen: «Ach wir Armen!” Schweizer Anleger haben Gold in ihren Portfolios bisher nur selten berücksichtigt und hielten es meist unter einem Prozent ihrer Finanzanlagen. Dennoch hätte dies eine gute Entscheidung sein können, denn besonders im Jahr 2025 zeigte sich Gold als einer der rentabelsten Vermögenswerte.
Der Preis für Gold stieg seit Anfang 2025 in Dollar um 95 Prozent, in Euro um 76 Prozent und in Franken um 70 Prozent. Die Studie untersucht die Rolle von Edelmetallen im Portfolio über einen langen Zeitraum und betrachtet Daten ab 1972, als die Dollar-Gold-Koppelung endete.
Im Gegensatz zur traditionellen Auffassung, dass Gold keine Dividenden oder Zinsen erbringe und daher unproduktiv sei, zeigen die Ergebnisse der Studie seine Bedeutung im Vermögensaufbau auf. Die Forscher empfehlen einen Anteil von 10 bis 30 Prozent Edelmetalle in einem Portfolio, wobei Gold den größten Stellenwert einnimmt. Silber kann Gold unterstützen, insbesondere bei regelmäßigem Rebalancing. Eine effektive Verteilung wäre zwei Drittel Gold und ein Drittel Silber.
Rebalancing ist entscheidend für die langfristige Performance eines Portfolios. Beispielsweise kann sich das Verhältnis von 85 Prozent Aktien zu 15 Prozent Gold nach einem Jahr aufgrund unterschiedlicher Wertentwicklungen verändern, sodass eine Neuanpassung notwendig wird.
Ein Portfolio mit 85 Prozent Aktien und 15 Prozent Edelmetallen hätte seit 1972 bessere Renditen erzielt als ein reines Aktienportfolio. Edelmetalle bieten während Krisen eine Versicherungsleistung, da sie Aktienverluste ausgleichen können.
Ohne Inflationsberücksichtigung wäre eine Investition von 100 Dollar in Gold auf 6000 Dollar gestiegen, während der Weltaktienindex (MSCI World) nur auf 3400 Dollar gekommen wäre. Berücksichtigt man jedoch die sofortige Reinvestition von Dividenden, hätte sich das Aktienportfolio auf 14 800 Dollar erhöht. Die Besteuerung von Dividenden schränkt diesen Vorteil ein, wodurch Gold strukturelle Vorteile besitzt, da Kursgewinne in der Schweiz steuerfrei sind.
Persönlich bevorzugt Hens einen Anteil von 15 Prozent Edelmetalle im Portfolio. Dies berücksichtigt den starken jüngsten Anstieg des Goldpreises und die Möglichkeit einer folgenden Korrekturphase, was für regelmäßiges Rebalancing spricht.
Die Verwendung von Gold und Silber als Mittel zur Wertaufbewahrung hat eine lange Tradition, da sie kaum korrodieren. Dennoch hat sich Silbers Rolle zunehmend in Richtung industrielle Nutzung verschoben, insbesondere im Zusammenhang mit ökologischen Technologien.
Michael Rasch ist auf den Plattformen X, LinkedIn und Xing zu finden.