Der Zürcher Regisseur Stefan Haupt bringt die fast vergessene Stimme des Liedermachers Walter Lietha wieder ans Licht. Nach dem tragischen Tod von Mani Matter im Jahr 1972 avancierte dieser zur Ikone, während Erben seiner Mundartmusik wie Polo Hofer und Walter Lietha seine Tradition fortführten. Obwohl heute fast vergessen, lebt der 76-jährige Bündner Barde noch immer.
Eine neue Kinodokumentation von Haupt hebt ihn hervor, inspiriert durch eine Konzertreihe, die Corin Curschellas zu seinen Ehren veranstaltete. Auftritte mit Künstlern wie Sophie Hunger, die seine Lieder als Kind hören durfte, und Stephan Eicher, der eines seiner Lieder interpretierte, beleuchten Liethas Einfluss.
Seine subversiven Texte, die Naturschutz- und Sozialprobleme thematisieren, trafen in den achtziger Jahren auf Widerstand; Radio DRS spielte seine Musik weniger. Diese Zurückweisung führte dazu, dass er kaum noch gebucht wurde.
Lietha widmete sich später Büchern und Kunst im Antiquariat “Narrenschiff” in Chur. 2025 erhielt er den Bündner Kulturpreis für seine Beiträge zur Bibliophilie und Musik, auf die er mit Gelassenheit reagierte.
Haupt zeichnet Liethas Weg unaufgeregt nach: Vom europäischen Reisen als Teenager über eine Buchhändlerlehre bis hin zur Gründung einer Band, die ihn in Richtung Jazz und Rock führte. Seine erste Platte “I bin a Vogel” machte ihn bekannt.
Lietha selbst sagt von sich, keine Noten zu kennen; seine Lieder entstehen intuitiv. Ihre Mischung aus Alltag, Politik und Melancholie findet nun wieder Beachtung. Walter Lietha – Drum sing i grad drum: Im Kino (75 Minuten).