Das Locarno Film Festival hat mit Bedauern den Tod seiner ehemaligen künstlerischen Leiterin, Lili Hinstin, bekannt gegeben. Die Kulturmanagerin verstarb im Alter von 48 Jahren nach einer langen Krankheit. Sie hatte die künstlerische Leitung des Festivals in den Jahren 2019 und 2020 inne.
Laut Medienberichten wurde Hinstin 1977 geboren und übernahm ihre Rolle im Dezember 2018 von Carlo Chatrian, der zum Berlinale Festival wechselte. Aufgrund strategischer Differenzen verließ sie das Festival bereits im September 2020 wieder.
Das Team des Locarno Film Festivals erinnert sich in einer Mitteilung auf ihrer Webseite dankbar an Hinstin. Unter ihrer Leitung wurde die Ausgabe von 2019 durch ein öffentliches Gespräch zwischen Albert Serra und John Waters, dem Ehren-Leoparden-Träger, sowie der Vergabe des Goldenen Leoparden für Pedro Costas Film «Vitalina Varela» geprägt.
Die zweite von Hinstin geleitete Ausgabe 2020 stand im Zeichen der Corona-Pandemie und wurde in hybrider Form durchgeführt. Als gebürtige Pariserin trug sie dazu bei, das Festival neu zu gestalten, indem sie eine Initiative startete, die Mittel des Festivals nutzte, um Schweizer und internationale Filmprojekte zu unterstützen, die aufgrund der Pandemie ins Stocken geraten waren.