Marc Sieger berichtet, dass Gewalttaten in Luzern und der Schweiz insgesamt zunehmen, obwohl die Gesamtzahl der Straftaten abnimmt. Besonders sexuelle und häusliche Gewalt haben zugenommen: Die Vergewaltigungen stiegen landesweit von 2024 auf 2025 um fast 30 Prozent. In Luzern verzeichnete man einen Anstieg der Vergewaltigungsfälle um 89 Prozent im gleichen Zeitraum, wie aus dem aktuellen Polizeibericht hervorgeht.
Politikerinnen und Politiker in Luzern reagieren mit mehreren Vorstössen auf diese beunruhigende Entwicklung. SP-Kantonsrätin Elin Elmiger fordert einen Planungsbericht zur Gewalt im Kanton, um eine Übersicht über bestehende Hilfsangebote und deren Strukturen zu schaffen. Mitte-Kantonsrätin Karin Stadelmann verlangt hingegen ein eigenes Gewaltschutzgesetz für den Kanton Luzern, das klare Mindeststandards und langfristige Finanzierung sicherstellen soll.
Die Einführung der nationalen Opferhilfe-Nummer 142 am 1. Mai wird ebenfalls diskutiert. SP-Kantonsrätin Caroline Rey möchte mehr über die Zusammenarbeit mit kantonalen Stellen erfahren, während Pia Engler sich für die Täterarbeit interessiert und nach den verfügbaren Programmen fragt.
Der Kanton Luzern bietet seit März eine 24-Stunden-Telefonberatung unter der Nummer 041 228 74 00 an, um Betroffenen von Gewalt zusätzliche Unterstützung zu bieten. Diese ergänzt die Beratungsstelle «Dargebotene Hand». Verwendete Quellen beinhalten Anfragen und Motionen mehrerer Kantonsrätinnen sowie Medienmitteilungen.