In Zürich gedenkt man nun dreier Frauen und ihrer drei Töchter, die den Nationalsozialisten zum Opfer fielen. An der Dufourstrasse 70, einer prachtvollen Adresse im Seefeld mit historischem Flair, wurde am Donnerstag ein Mahnmal enthüllt. Rosa Sticki-Makow und ihre Töchter, die hier lebten, sind nun Teil des weltweit größten dezentralen Gedenkmals durch den Verein Stolpersteine Schweiz. Rosa Sticki-Makow erblickte 1908 in Zürich als jüngstes Kind einer jüdischen Familie das Licht der Welt. Nach ihrer Heirat mit einem Franzosen verlor sie das Schweizer Bürgerrecht und lebte später in Frankreich. Dort brachte sie ihre Töchter Florentine, Marie und Mauricette zur Welt. Als 1940 die Wehrmacht Paris besetzte, verschlechterten sich die Lebensumstände für Jüdinnen und Juden dramatisch. Rosa wollte ihre Kinder nach der Beerdigung ihrer Mutter in die Schweiz bringen, doch das Schweizerische Rote Kreuz lehnte ab – ein Entscheid mit tödlichen Folgen. Die Familie wurde ins Konzentrationslager Drancy deportiert und später in Auschwitz ermordet. Lediglich Rosas Ehemann überlebte den Holocaust. Er führte 1957 ein Wiedergutmachungsverfahren, das auch seine Frau und Kinder einschloss. Bei der Enthüllung waren viele Angehörige anwesend, darunter Edith Fromer-Edelmann, die Rosa persönlich kannte. Sie erzählte von den schwierigen Lebensumständen der Familie und dem tragischen Ausgang ihrer Geschichte. Das Schicksal der Sticki-Makows beleuchtet das Schweizer Asylverhalten jener Zeit sowie die Rolle des Roten Kreuzes, das jüdische Kinder ausschloss. Ein weiterer Stolperstein erinnert an Madeleine Jeanne Lüthi, deren Geschichte ähnliche Schicksale offenbart. Die Talmud-Weisheit „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn der Name vergessen ist“ inspirierte den Deutschen Gunter Demnig zu seinem Projekt der Stolpersteine. Diese Mahnmäler sollen uns an die Opfer von Rassenhygiene erinnern und Teil des alltäglichen Lebens werden.