In den USA erleben die Medien regulatorische Drohungen, wirtschaftlichen Druck sowie eine Neuordnung der Branche. Im Mittelpunkt steht die Federal Communications Commission (FCC), die von Präsident Brendan Carr angeführt wird, einem engen Vertrauten Trumps. Er verfolgt gegenüber traditionellen Medien eine zunehmend harte Linie und äußerte sich auf einer konservativen Veranstaltung: «Die Amerikaner vertrauen den Sushi-Theken von Tankstellen mehr als den Fake-News-Medien». Zuletzt drohte er damit, Lizenzen von Sendern auszusetzen, die über den Krieg im Iran negativ berichten. Carr betonte die Macht der FCC: «Wenn Sie ein Sender sind, besitzen Sie eine Lizenz, die man Ihnen entziehen kann, wenn Sie nicht im öffentlichen Interesse handeln.» Seine Aussagen sind Teil einer größeren Strategie, audiovisuelle Konzerne unter Druck zu setzen.
Carrs Vorgänger Tom Wheeler sieht einen tiefgreifenden Wandel bei der FCC: «Die Versuche zielen darauf ab, das gesprochene Wort zu kontrollieren. Die Behörde ist aufdringlicher und weniger respektvoll gegenüber dem ersten Verfassungszusatz geworden», sagte er RTS. Er betonte, dass die Statuten jede Zensur verbieten.
Der Fall von Jimmy Kimmel illustriert die angespannte Situation: Nach einer umstrittenen Sendungssequenz forderte Carr Sanktionen und warnte ABC, den Sender des Moderators. Die Sendung wurde zunächst eingestellt, später aber wieder aufgenommen.
Victor Pickard, Professor der Universität Pennsylvania, bemerkt: «Das US-Medienmodell ist stark kommerzialisiert. Andere Demokratien haben starke öffentlich-rechtliche Medien – in den USA nicht.» Die Trump-Administration versuchte zudem, Bundesmittel für NPR und PBS zu streichen, was ein Richter als verfassungswidrig einstufte.
Die Konzentration im Mediensektor und umfangreiche Finanztransaktionen sorgen für Besorgnis. Wheeler kritisiert «illegale Transaktionen zwischen Medienkonzernen und Trump-Unterstützern, die ihre eigenen Regeln brechen». Ein Beispiel ist die Übernahme von CBS durch David Ellison, einen Trump-Nahen. Auch die mögliche CNN-Übernahme durch ihn innerhalb einer Mega-Fusion löst Sorgen aus.
RTS, «Tout un monde», 2.4.2026, 8:10 Uhr;weds