Autorin Hana Fink berichtet über die mögliche Aufhebung der strengen 15-Rappen-Regelung in der Milchbranche. Seit Februar setzt diese Regel, welche zusätzliche Milchlieferungen um 105 Prozent des Vorjahresvolumens mit nur noch 15 Rappen pro Kilogramm sanktioniert, zu deutlichen Veränderungen an. Nach Angaben von “SRF Regionaljournal” könnte die Maßnahme bald aufgehoben werden. Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) hätten in ihrer jüngsten Versammlung erkannt, dass der Effekt bereits einsetzt: Obwohl weiterhin mehr Milch produziert wird als im Vorjahr, verlangsamt sich das Wachstum. Die ZMP plant daher, die Regel voraussichtlich Ende Mai aufzuheben.
Trotz dieser Entwicklung bleibt der Markt angespannt. Die Genossenschaft beschreibt die aktuelle Lage als “Stresstest” für den Milchmarkt. Hohe Produktionsmengen, volle Lager und begrenzte Verarbeitungskapazitäten belasten die Branche weiterhin. Der Druck hat sich besonders seit 2025 verschärft, als steigende Produktion, sinkende Auslandpreise und verstärkte Importkonkurrenz den geringer bezahlten B-Milchpreis unter Druck setzten. Viele Bauern kämpfen mit Verlusten, da sie Milch zu Preisen produzieren müssen, die ihre Kosten nicht decken.
Die ZMP sieht mehrere Gründe für das Überangebot an Milch: verbessertes Futter, das die Leistung steigert, und geopolitische Entwicklungen wie US-Zölle erschweren den Export. Zugleich arbeitet die Branche an einer langfristigen Lösung, um extreme Schwankungen in der Milchproduktion künftig zu vermeiden. Bis Herbst 2026 sollen dazu konkrete Vorschläge erarbeitet werden.