In der Dokumentation «Fräulein Luise sucht das Glück» äußert sich Musikproduzent Zebo Adam entsetzt über die unterschiedliche Wahrnehmung von Investitionen in Musik und anderen Branchen. Er arbeitete mit Bands wie Bilderbuch, Wanda und dem Zürcher Quartett Fräulein Luise zusammen. “Eine Band ist vergleichbar mit einem Startup-Unternehmen”, erklärt Aliosha Todisco, Schlagzeuger der Gruppe. Das junge Ensemble bestehend aus Paula Scharrer, Olivia Merz, Aliosha Todisco und Paul Studer investierte rund 80’000 Franken in ihr erstes Album und widmete viel Zeit ihrem Projekt.
Der österreichische Produzent betont, dass über finanzielle Investitionen hinaus Engagement erforderlich sei. “Musiker müssen sich vollkommen einbringen, um das Publikum für eine Konzertdauer von 90 Minuten oder eine Albumlänge von 45 Minuten zu fesseln”, so Adam. Fräulein Luise erstellte einen Zweijahresplan und gründete eine GmbH mit dem Motto “All in”.
Die Bandmitglieder sind sich bewusst, dass sie Individuen sind, deren Wahrnehmungen nicht immer übereinstimmen. Keyboarderin Olivia Merz äußert Bedenken bezüglich der Entscheidung zwischen ihrem Studium und der Musikkarriere während der Schaffensphase.
“Es ist schon ein Stress”, gesteht Sängerin Paula Scharrer, “und ich habe das Gefühl, dass in den kommenden Jahren wichtige Entscheidungen über mein Leben fallen werden.”
Zebo Adam unterstreicht die Notwendigkeit, sich vollständig auf Musik zu konzentrieren: “Kunst machen bedeutet oft mit Desinteresse zu kämpfen.” Erfolg sei nicht garantiert – Musiker müssten ihre Arbeit so präsentieren, dass sie Aufmerksamkeit erregt. Trotzdem versichert Adam abschließend: “Egal was geschieht, ändert dies nichts daran, dass wir schöne Musik aufgenommen haben.”