Ein Putsch im Jahr 2021 führte Myanmar in eine Krise. Das Militär, bekannt für seine Brutalität gegenüber Minderheiten, wurde von Rebellen herausgefordert. Am 1. Februar 2021 übernahm das Militär die Kontrolle und stürzte die demokratisch gewählte Regierung unter Aung San Suu Kyi wegen Betrugsvorwürfen bei einer Wahl. Seitdem herrscht Bürgerkrieg.
Das Militär wollte nur ein Jahr regieren, doch es kontrolliert weiterhin große Teile Myanmars. Die Wahlen wurden mehrmals verschoben und fanden schließlich Ende 2025/Anfang 2026 statt. International wurde die Wahl als Farce betrachtet; nur von den Militärs unterstützte Parteien durften antreten, darunter die USDP mit einer großen Mehrheit.
Myanmar steckt in einer humanitären Krise: Die Wirtschaft ist zusammengebrochen und das Welternährungsprogramm warnte vor Hunger. Viele junge Menschen sind aus dem Land geflohen. Der Bürgerkrieg forderte Tausende Opfer, darunter 6800 Zivilisten laut einem UN-Sondergesandten; Analysten beziffern die Gesamtzahl der Toten auf über 90.000.
Das Militär fliegt Luftangriffe auf zivile Ziele, was die Zahl der zivilen Opfer in die Höhe treibt. Ende 2025 nahmen diese Angriffe zu. Die Junta verhaftete seit dem Putsch etwa 30.200 Menschen; über 22.000 politische Gefangene sind noch immer in Haft.
Nach dem Putsch bildeten sich zahlreiche Rebellengruppen, oft entlang ethnischer Linien. Heute gibt es über 2600 solche Gruppen, die unterschiedliche Ziele verfolgen: von Unabhängigkeit bis zu einem föderalen Staat und Demokratie.
Das Militär regierte fast ein halbes Jahrhundert lang das unabhängige Myanmar seit 1948. Es gab nie eine vollständige Machtübergabe, sondern eine Art Hybridregierung mit einer institutionalisierten Vetomacht für die Armee.
Die Rohingya-Minderheit wurde zuletzt 2017 von der Armee attackiert; ein Völkermordvorwurf steht im Raum. Ein Prozess am Internationalen Strafgerichtshof gegen den langjährigen Junta-Chef Min Aung Hlaing begann im Januar.
Aung San Suu Kyi, Tochter des Unabhängigkeitskämpfers Aung San und Friedensnobelpreisträgerin von 1991, wurde nach dem Putsch verhaftet. Sie erlitt einen Imageschaden durch ihr Schweigen zu den Rohingya-Morden. Nach ihrer Verurteilung in einem Schauprozess wird sie noch mehr als zwanzig Jahre im Gefängnis bleiben.
Kürzlich aufgetauchte Bilder von Suu Kyi aus dem Jahr 2022 und Logbücher aus 2024 zeigen ihren Alltag: Meditation, Spaziergänge in der Zelle und wenig Essen. Sie hat nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und leidet unter Herzproblemen; ihr Sohn ist besorgt um ihren Gesundheitszustand.