„Das Verlangen fragt nicht um Erlaubnis“, prangte in gelben Großbuchstaben auf violettem Untergrund, darunter kleiner formuliert: „Ein einziges ‚Ja‘ genügt.“ Diese Sätze waren Ende April an mehreren Plakaten entlang der Walliser Straßen zu sehen und lösten sowohl online als auch beim Feministischen Kollektiv Wallis Empörung aus. Nach zahlreichen Meldungen kritisierte das Kollektiv die Botschaft stark, da sie den Eindruck erwecken könnte, Kunden hätten freie Hand.
„Es geht nicht darum, solche Orte oder die Sexarbeitenden zu diffamieren“, so Maude Louviot vom Feministischen Kollektiv gegenüber der Schweizer Zeitung „24Heures“. Sie fügte hinzu: „Hier haben wir es mit einer Aufforderung zur Vergewaltigung zu tun.“
„Diese Botschaft suggeriert, dass man sich einfach bedienen könne, ohne die Zustimmung der betroffenen Person einzuholen“, erklärte Louviot.
Anne-Laure Couchepin Vouilloz, Stadtpräsidentin von Sitten, berichtet gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS), dass eine Bürgerin sie bereits vor der Debatte des Feministischen Kollektivs darauf aufmerksam gemacht habe. „Sie fühlte sich verletzt und teilte mir mit, dass einige Menschen dies als Aufforderung zur Vergewaltigung verstehen könnten“, so Couchepin Vouilloz. Sie erklärte weiter: „Mir war das nicht bewusst, aber ich kontaktierte den Club umgehend.“
„Ich wollte daraus keine große Affäre machen“, betonte sie. „Manche Menschen sind schockiert, andere nicht. Aber es war mir wichtig sicherzustellen, dass dem Club bewusst ist, was diese Botschaft bei einigen Personen auslösen kann.“