Die Logiernacht-Zahlen fielen im März um 5,2 Prozent auf insgesamt 3,2 Millionen, verglichen mit dem Vorjahresmonat, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) bekannt gab. Bei den ausländischen Besuchern sanken die Übernachtungszahlen um 4,8 Prozent auf 1,6 Millionen, während bei Schweizer Gästen ebenfalls ein Rückgang von 5,7 Prozent auf 1,6 Millionen Logiernächte zu verzeichnen war.
Trotz des schwachen März zeigt sich für das erste Quartal insgesamt noch eine leichte Zunahme um 0,1 Prozent. Schweiz Tourismus spricht in einer Mitteilung eher von einer Normalisierung als von einem Einbruch und betont, dass der Rückgang nicht allein auf den Iran-Konflikt zurückzuführen ist. Auch Kalendereffekte, wie die Verschiebung der Sportferien in verschiedenen Kantonen, spielten eine Rolle.
Bei der Betrachtung der Herkunftsländer zeigte sich im März ein gemischtes Bild: Gäste aus Deutschland, dem wichtigsten Auslandsmarkt, kamen zwar mehr, blieben aber kürzer und reduzierten die Logiernächte um etwa sieben Prozent. Die Nachfrage aus den USA, Frankreich sowie anderen europäischen Ländern veränderte sich kaum.
Die Nachfrage aus Asien fiel deutlich schwächer aus, besonders aus Indien, Südkorea und Teilen Südostasiens. In Indien beeinflusste der Nahostkonflikt die Europareisen stark, da viele Flüge über Drehkreuze im Mittleren Osten führten.
Ein stabilisierender Faktor ist der diversifizierte Gästemix: 2025 stammten etwa 48 Prozent der Besucher aus der Schweiz, knapp 29 Prozent aus Europa und rund 23 Prozent aus Fernmärkten. “Ein breiter Gästemix wirkt wie ein Portfolio: Ist ein Markt rückläufig, kompensieren andere”, erklärt Martin Nydegger von Schweiz Tourismus.
Der Iran-Konflikt wirkte sich besonders stark auf den israelischen Markt aus, wo die Logiernächte um über die Hälfte sanken, da Flugverbindungen eingestellt wurden. Überraschenderweise verzeichnete die Golfregion jedoch einen Anstieg: Die Übernachtungen aus Saudi-Arabien stiegen im März um rund 76 Prozent. Schweiz Tourismus führt dies auch auf den Ramadan-Effekt zurück, da der Fastenmonat vollständig im Vorjahr in den März fiel, aber 2026 nur teilweise in diesen Monat.
Die Luxushotellerie bleibt laut Branchenverband robust: Häuser wie das “The Dolder Grand” oder das “Bürgenstock Resort” berichten weiterhin von stabilen Buchungen. Einige Luxusdestinationen profitierten sogar von der Verlagerung internationaler Reisen aus dem Nahen Osten.
Schweiz Tourismus zeigt sich für die Sommersaison vorsichtig optimistisch und erwartet trotz geopolitischer Unsicherheiten eine stabile Nachfrage. Für das gesamte Jahr 2026 rechnet die Organisation mit einem moderaten Rückgang der Hotelübernachtungen um zwei bis drei Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2025, selbst in einem ungünstigen Szenario wird maximal ein Minus von sieben Prozent erwartet.
SRF 4 News, 7.5.2026, 10 Uhr