In der luzernischen Gemeinde Ufhusen wurde eine geplante Deponie deutlich abgelehnt. Mit einem klaren Votum von 326 zu 187 Stimmen verwarf die Gemeinde Ende November die Teiländerung des Zonenplans für das Projekt Engelprächtigen, wie der “Willisauer Bote” berichtete. Dies bedeutet einen Rückschlag für ein Vorhaben, das bereits seit Jahren vorbereitet wurde und eine Lagerstätte für Aushubmaterial und Bauabfälle im Luzerner Hinterland schaffen sollte (zentralplus berichtete). Jedoch wächst nun die Sorge einer Gemeinde auf der bernischen Seite der Kantonsgrenze.
Das Projekt in Ufhusen sah eine Deponie für 1,3 Millionen Kubikmeter vor. Ursprünglich war geplant, zunächst Material aus der Region zu lagern und später auch Aushub von größeren Projekten, wie etwa dem Durchgangsbahnhof Luzern (mehr zum Durchgangsbahnhof Luzern). Die SBB rechnete laut “Berner Zeitung” mit rund 0,7 Millionen Kubikmetern Material in Engelprächtigen. Nach der Ablehnung durch Ufhusen müssen nun Alternativen gefunden werden.
Die Betreiber erwägen einen neuen Standort auf Berner Boden
Das Thema ist damit jedoch nicht vom Tisch. Wie die “Berner Zeitung” berichtet, rückt nach dem luzernischen Nein ein potenzieller Standort in Gondiswil, Bern, ins Blickfeld. Die Oberi Hushalde, direkt gegenüber der Haltestelle von Ufhusen gelegen, ist bereits provisorisch als möglicher Deponiestandort in der bernischen Planung vorgemerkt.
Für die Bevölkerung auf der bernischen Seite ist dies keine erfreuliche Entwicklung. Viele hätten sich laut Zeitungsbericht über das Scheitern des Projekts in Ufhusen gefreut, da sie befürchteten, dass Lastwagenverkehr, Staub und Lärm vor ihrer Haustür zu erwarten wären. Nun besteht die Befürchtung, dass die Deponie lediglich ein paar Meter weiter auf Berner Boden verlegt werden könnte.
Ähnliche Argumente wie in Ufhusen werden nun auch hier angeführt: Die Planer betonen, dass das Gebiet früher als Kohleabbaugebiet genutzt wurde und eine Deponie die alten Geländeformen teilweise auffüllen könnte.
Die Betreiber halten sich bislang zurück. Beat Vogel, Präsident der Engelprächtigen AG, erklärte gegenüber der “Berner Zeitung”, dass man das überraschende Nein aus Ufhusen noch verarbeite. Eine schnelle Realisierung in Gondiswil sei nicht möglich; für einen Deponiestandort auf Berner Boden wären mehrere Verfahren erforderlich, und am Ende müsste auch hier die Gemeindeversammlung von Gondiswil über den Zonenplan entscheiden.
Verwendete Quellen:
– Artikel in der “Berner Zeitung”
– Artikel im “Willisauer Bote”
– zentralplus-Medienarchiv