Das Hotel Fürigen, welches seit über einem Jahrhundert am Vierwaldstättersee thront, ist zurzeit ein verlassenes Relikt. Doch es könnte bald Veränderungen geben.
Trotz des herrlichen Frühlingswetters wirkt der Standort oberhalb von Stansstad düster. Das Gebäude, eingefasst von Parkplätzen und umgeben von Gittern, zeigt Spuren der Zeit: verblasste Schriftzüge, zugemauerte Fenster im Erdgeschoss und schmutzig-verhangene Scheiben oben. Efeuranken wuchern an den Wänden herab.
Trotz seines desolaten Zustands bietet das Hotel eine beeindruckende Sicht auf See und Berge – einst Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher, die seit rund 16 Jahren jedoch fernbleiben. Rund ums Gebäude stehen Baugerüste als stumme Zeugen einer neuen Zukunft.
Der Ursprung des Hotel Fürigen liegt im Jahr 1893, als Theresia Odermatt–Zimmermann das verfallene Anwesen mit ihren Kindern bewirtschaftete. Der Bedarf an Unterkünften führte schnell zur Planung eines Neubaus durch Paul Odermatt. Seit der Eröffnung 1910 zog es Besucher aus nah und fern an, besonders dank der hoteleigenen Badeanstalt in der Harissenbucht.
Eine Standseilbahn, die das Hotel mit einem Strandbad verband, war 1924 in Betrieb genommen worden. Sie galt als eine der steilsten Europas. Bis zur Stilllegung 2005 diente sie auch der Öffentlichkeit.
Nach Jahren des Erfolgs begann der Niedergang Ende des 20. Jahrhunderts, getrieben durch den Aufstieg individueller Reiseformen und veränderte touristische Präferenzen. Die Schließung erfolgte 2010 nach Abriss des Badebetriebs in der Harissenbucht.
Zukunftspläne existieren seit längerem, wurden aber durch verschiedene Hürden verzögert. Im März 2025 brachte das Baarer Unternehmen Tellco Immobilien AG frischen Schwung ins Projekt. Die Pläne sehen nun keine Hotelnutzung mehr vor, stattdessen sollen Wohnungen und ein Restaurant entstehen.
Die Gemeinde Stansstad favorisiert seit 2016 eine Umwidmung der Fläche in einen Wohn- und Dienstleistungsbereich. Trotz Genehmigung durch die Gemeindeversammlung im November 2025 steht noch die Zustimmung des Regierungsrats aus.
Michael Luu von Tellco Immobilien gibt an, dass mit einer Baubewilligung Ende 2027 und einem Bauzeitraum von etwa drei Jahren gerechnet wird. Ziel ist es, den Abbruch- und Neubauprozess zeitlich effizient zu gestalten, um die Anwohner nicht übermäßig zu belasten.
Die historische Bergstation der Seilbahn soll erhalten bleiben, ein Stück Vergangenheit bleibt so am Ort verankert.