Die asiatischen Aktienmärkte gerieten am Montag unter Druck, da Befürchtungen vor einer Eskalation des Iran-Konflikts die Handelsplätze schwer getroffen haben. Besonders betroffen waren Japan und Südkorea, zwei Länder, deren Wirtschaft stark von Ölimporten abhängt.
Der Nikkei 225 in Tokio fiel zu Beginn der Handelszeit um über fünf Prozent, lag zur Mittagspause mit 50.936 Punkten jedoch nur noch vier Prozent im Minus. Der südkoreanische Kospi startete die Woche mit einem Verlust von rund 3,8 Prozent auf 5.229 Punkte.
Auch andere asiatische Indizes verzeichneten Verluste: Taiwans Taiex-Index sank um 1,7 Prozent, während der Straits-Times-Index in Singapur lediglich um 0,4 Prozent einbrach. Der Hongkonger Hang-Seng-Index verlor zeitweise zwei Prozent, und der Shanghai-Composite-Index gab um 0,8 Prozent nach.
Diese Verluste folgen den negativen Signalen aus den USA, wo der Dow Jones am Freitag um 1,7 Prozent fiel und der Nasdaq sogar 2,1 Prozent verlor. Die vorbörslichen Indikatoren deuten auf weitere Rückgänge an der Wall Street hin.
Japan ist besonders von Ölimporten abhängig: Über 90 Prozent seines Rohöls bezieht das Land aus den Golfstaaten. Damit sind Preissteigerungen und politische Unsicherheiten hier unmittelbarer spürbar als anderswo auf der Welt. Daiki Aoki, Chief Investment Officer bei UBS SuMi Trust, hat seine Szenario-Wahrscheinlichkeiten angepasst: Die Chance, dass die Ölpreise über 120 Dollar pro Barrel steigen, sieht er nun bei 30 Prozent und nicht mehr bei 20 Prozent.
In Südkorea reagierte Präsident Lee Jae Myung schnell auf die Krise. Er richtete zwei Krisenteams ein und appellierte an die Bevölkerung, sich auf alle möglichen Szenarien vorzubereiten. Auch wurden Maßnahmen ergriffen: Ein Rotationssystem für öffentliche Dienstfahrzeuge wurde eingeführt, und es wird empfohlen, Strom zu sparen.
In Japan subventioniert die Regierung täglich mit rund 31 Millionen Euro die Energiepreise. Zudem hat das Wirtschaftsministerium eine rechtlich unverbindliche Richtlinie veröffentlicht, um Raffinerien dazu anzuhalten, sich am Brent-Preis statt dem teureren Dubai-Öl zu orientieren.
In der Krise ändern sich auch die Grundlagen der Ölpreisgestaltung: Viele asiatische Raffinerien weichen vom traditionellen Dubai-Öl als Referenz auf den stabileren Brent-Preis aus. Der Dubai-Ölpreis ist seit Beginn des Iran-Konflikts extrem volatil gewesen, mit Preisschwankungen bis zu fast 170 Dollar und einem Rückgang auf 119,90 Dollar.
Der japanische Yen gerät ebenfalls unter Druck und fiel auf knapp unter die Marke von 160 Yen pro US-Dollar. Sollte diese Schwelle dauerhaft unterschritten werden, könnte dies eine Intervention des Finanzministeriums nach sich ziehen.
Während japanische Aktien verkauft werden, fließt Kapital in japanische Staatsanleihen. Ausländische Investoren kauften zwei Wochen lang kontinuierlich japanische Bonds und veräußerten gleichzeitig japanische Aktien. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen lag am Montag bei 2,36 Prozent, was immer noch einen der höchsten Werte der letzten drei Jahrzehnte darstellt.