Die Gesundheit von Mohammadi hat sich «deutlich verschlechtert», wie die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag berichtet und dabei den Sprecher Joergen Watne Frydnes zitiert, der sich auf Familienmitglieder und ihren Anwalt bezieht. Laut einem Bericht ihres Anwalts Nili vom Freitagabend auf X hatte Mohammadi starke Brustschmerzen, die zu einer kritischen Verschlechterung ihres Zustands führten. Die 54-Jährige wurde daraufhin in ein Krankenhaus in der iranischen Stadt Sandschan im Nordwesten gebracht.
Angesichts ihrer schweren Erkrankung forderte ihr Anwalt, dass sie von ihren eigenen Spezialisten behandelt wird.
Schon im vorherigen Monat hatte ihr Bruder Hamid-Reza Mohammadi über den beunruhigenden Zustand seiner Schwester gesprochen. Nach einem Herzinfarkt Ende März sei sie stark geschwächt und habe erheblich an Gewicht verloren, was die Familie tief besorgt hat, besonders wegen der unzureichenden medizinischen Versorgung im Gefängnis.
Mohammadi wurde 2023 für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen sowie gegen die Todesstrafe in Iran mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Sie sitzt aktuell im Zentralgefängnis von Sandschan ein, wo sie zu Beginn des Februars laut ihrem Anwalt erneut zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde. Zudem besteht für sie ein zweijähriges Ausreiseverbot.
SRF 4 News, 2.5.2026, 01:30 Uhr