Innerhalb kürzester Zeit offenbart sich das ökonomische Dilemma eines Landes. Ende 2024 traf Olaf Scholzes Regierung eine kontroverse Entscheidung zur Unternehmensrettung: Während der traditionsreichen Meyer Werft in Norddeutschland mit einem Rettungspaket geholfen wurde, erhielt das Luftfahrt-Start-up Lilium im Süden keine Unterstützung. Flugtaxis galten als zu riskant und Kreuzfahrtschiffe als systemrelevant. Heute ist Lilium insolvent, während Meyer trotz eines Sturms weiterhin existiert. Der Bund und Niedersachsen steckten damals 400 Millionen Euro Eigenkapital in die Werft ein und sicherten Kredite von rund 2,3 Milliarden Euro ab. Die öffentliche Hand wurde somit zum Großreeder. Doch bereits zu jener Zeit zeigten sich beunruhigende Kennzahlen: ein Verlust von über einer halben Milliarde Euro bei voller Auslastung der Auftragsbücher, aber einem dysfunktionalen Geschäftsmodell. Die Rettung verschob das Problem nur auf später. Probleme wie veraltete IT, ineffiziente Prozesse und eine „runtergerockte“ Produktion bleiben bestehen, so der Betriebsrat. Der Austritt der neu ernannten Finanzchefin während einer laufenden Sanierung ähnelt Rauch im Maschinenraum. Die staatliche Unterstützung für den Schiffbau durch Bürgschaftsprogramme setzt sich fort und Risiken werden sozialisiert. Ausnahmen entwickeln sich zu Prinzipien. Das 1000-Mann-Start-up Lilium, bekannt für seine internationalen Patente auf ein Elektroflugzeug, erhielt keine Unterstützung und musste Konkurs anmelden. Diese Entscheidung zeigt: Der Staat rettet nicht die Zukunft, sondern das politisch zu große Scheitern. Sichtbarkeit geht vor Innovation. Meyer Werft illustriert damit eindrücklich, dass der Staat Krisen verlängern kann, sie aber nicht löst. Er agiert weniger als erfolgreicher Unternehmer denn als teurer Feuerwehrmann.