Ein Komitee hat erfolgreich über 4000 Unterschriften gegen das gelockerte Ladenschlussgesetz im Kanton Luzern gesammelt, mehr als die erforderlichen 3000. Die «Luzerner Zeitung» berichtet, dass diese Bemühungen das Referendum sicherstellen werden, welches voraussichtlich im September stattfinden könnte. Das Komitee “zum Schutz des lokalen Detailhandels” übergab die Unterschriften am Mittwochmorgen.
Die Gewerkschaftsbünde, der DVL und die Unia unterstützen das Referendum, ebenso die politischen Parteien SP und SVP. Sie kritisieren, dass vor allem grosse Ketten und Tankstellen von dem neuen Gesetz profitierten, was den Druck auf das Personal erhöhe. Marcel Budmiger, Kantonsrat der SP, warnte im Parlament vor einer möglichen Daueröffnung und einem Verlust des bisherigen Schutzes für Ladenangestellte.
Das Referendum richtet sich gegen die Entscheidung des Kantonsrats aus Januar, die Öffnungszeiten zu lockern. Ursprünglich sollte das Gesetz am 1. April 2026 in Kraft treten, wodurch Läden an Elektroladestationen von 5 bis 22 Uhr sowie am Wochenende öffnen dürfen. Zudem sollen kleine Selbstbedienungsgeschäfte mit maximal 30 Quadratmetern nicht mehr dem Ladenschlussgesetz unterliegen.
Ein Regierungsbeschluss aus zwei Jahren zuvor, der Hofläden dem Ladenschlussgesetz unterstellte und sie um 19 Uhr schliessen liess, war der Auslöser für die Lockerung. Dies führte dazu, dass eine Öffnung am Wochenende illegal wurde.
Auch die Junge Mitte Luzern setzt sich für längere Öffnungszeiten ein und fordert mehr Autonomie für Gemeinden durch zwei eingereichte Petitionen. Doch bei der Kommission für Wirtschaft und Abgaben stiess dies auf Ablehnung, da sie eine ablehnende Mehrheit in der Bevölkerung feststellte und einen Flickenteppich befürchtete.
In der letzten Session unterstützte der Kantonsrat die kritische Haltung dieser Kommission gegenüber den Petitionen.