Die pakistanische Armee genießt das Vertrauen sowohl der USA als auch Irans, weshalb Islamabad in Erwägung gezogen wird, Friedensgespräche zu beherbergen. Die Schweiz spielt hierbei nur noch eine Nebenrolle. Ein Erfolg für Pakistan: Präsident Donald Trump sandte seinen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Konflikts nicht über traditionelle Vermittler wie Oman, Katar oder die Schweiz, sondern über Pakistan. Dies überrascht kaum, da Pakistans Botschaft in Washington seit 1992 Irans Interessen vertritt und Armeechef Asim Munir gute Beziehungen zu Trump pflegt. Der ehemalige Geheimdienstchef, zum Feldmarschall nach einem Konflikt mit Indien befördert, wird als mächtigster Mann in Pakistan angesehen. Trump bezeichnete ihn scherzhaft als seinen «liebsten Feldmarschall» und wandte sich nun an ihn, um einen Weg aus der verfahrenen Situation mit Iran zu finden. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sprach am Montag mit dem iranischen Präsidenten Masud Pezeshkian. Beide betonten die Wichtigkeit von Deeskalation und Dialog. Pakistan bietet an, Gespräche zur Konfliktlösung zu organisieren – ob dies zu direkten Verhandlungen führt, bleibt jedoch ungewiss. Trotz komplexer Beziehungen zu Iran, teilen die Länder historische, kulturelle und sprachliche Verbindungen. Pakistan hat zudem einen Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien geschlossen, einem Rivalen Irans. Obwohl nicht ganz neutral, vertrauen ihm die Iraner dennoch. Munir hat gute Kontakte zu den Revolutionsgarden, die in Iran einflussreich sind. Islamabad liegt nahe an Iran und ist somit für Verhandlungen attraktiv. Pakistan profitiert auch davon, dass traditionelle Vermittler wie Oman und Katar aufgrund von Drohnen- und Raketenangriffen durch Iran als ungeeignet gelten. Trotz Angebote der Türkei und Ägyptens favorisierten die Iraner Pakistan. In den letzten Jahren übermittelte die Schweiz zwischen den USA und Iran, vertrat jedoch offiziell nur amerikanische Interessen. Vor einem Monat fanden in Genf Gespräche unter Vermittlung Omans statt, zwei Tage bevor die USA und Israel Iran angriffen. Die Schweiz hat ihre Botschaft in Teheran vorübergehend geschlossen, was Kritik von einigen Staaten aus der Region hervorrief. Der SVP-Aussenpolitiker Roland Rino Büchel sieht dies als Fehler. Das Aussendepartement weist die Kritik zurück und betont die Fürsorgepflicht für Mitarbeitende. Die Schliessung beeinträchtige nicht die Guten Dienste der Schweiz, so das EDA. Der Kommunikationskanal sei offen, und der Botschafter sorgt dafür, dass der Informationsaustausch gesichert bleibt. Pakistan hat angeboten, als Vermittler zu fungieren, was durch den Premierminister verstärkt wird. Die Schweiz sieht sich durch Pakistans Engagement nicht an den Rand gedrängt und hält ihren Kanal für offen. Doch die aktuelle Zurückhaltung in Bern könnte durch das bevorstehende Referendum über die Neutralitätsinitiative der SVP beeinflusst sein. Ein Erfolg für Pakistan, ein Rückschlag für Indien: Premierminister Narendra Modi bleibt im Iran-Konflikt stumm. Delhi reagierte verspätet auf den Angriff gegen Iran und hat keine eigenen diplomatischen Initiativen ergriffen. Die Opposition wirft Modi vor, die strategische Autonomie Indiens zugunsten der USA und Israels aufgegeben zu haben.