In den kommenden Tagen plant Pakistan die Ausrichtung von Gesprächen zwischen Israel, den USA und dem Iran mit dem Ziel einer umfassenden Konfliktbeilegung. Dies teilte das pakistanische Außenministerium mit. Maren Peters, Korrespondentin für Radio SRF, analysiert die Motive Pakistans und die Erfolgsaussichten dieser Bemühungen.
Maren Peters berichtet seit September 2022 als Südasien-Korrespondentin über Afghanistan, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und die Malediven. Zuvor war sie Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF mit Schwerpunkt auf internationaler Wirtschafts- und Entwicklungspolitik sowie Nachhaltigkeitsfragen.
Im Vergleich zu anderen Mächten nimmt Pakistan eine relativ neutrale Position ein, was es ihm ermöglicht, gute Beziehungen sowohl zum Iran als auch zu dessen Gegnern Saudi-Arabien und den USA zu unterhalten. Dies ist ein Vorteil gegenüber anderen potenziellen Mediatoren.
In den letzten Wochen hat Pakistan intensiv hinter den Kulissen diplomatische Bemühungen unternommen, um dem Iran-Krieg ein Ende zu bereiten. Die kurzen Wege zwischen Regierung und Militär in Pakistan könnten dabei hilfreich sein. Zudem hat Pakistan im vergangenen Herbst mit Saudi-Arabien einen Verteidigungspakt abgeschlossen, der beide Länder verpflichtet, jeden Angriff als gemeinsamen Angriff zu betrachten.
Pakistan möchte jedoch nicht selbst in den Iran-Krieg hineingezogen werden, ein Standpunkt, den hochrangige pakistanische Diplomaten klar zum Ausdruck gebracht haben. Pakistan ist bereits durch einen militärischen Konflikt mit Afghanistan belastet und versucht daher, eine Eskalation zu verhindern.
Der Iran-Krieg betrifft Pakistan direkt: Der Mangel an Öl treibt die Inflation in die Höhe und schadet der ohnehin krisengeplagten Wirtschaft. Zudem gefährdet der Konflikt das Einkommen pakistanischer Arbeitsmigranten im Golf, deren Überweisungen für viele Familien lebenswichtig sind.
Der Konflikt hat weltweit Auswirkungen: Die globale Energieversorgung ist bedroht, und eine anhaltende Eskalation könnte zu einer Wirtschaftskrise führen. Auch die Düngemittelknappheit birgt das Risiko einer globalen Ernährungskrise.
Auch für Donald Trump wächst der Druck: In den USA steigen die Benzinpreise und es finden landesweite Proteste statt – mit den Midterm-Wahlen im Hintergrund. Sollte Pakistan erfolgreich vermitteln, könnte das Land auf der diplomatischen Bühne an Ansehen gewinnen. Die Erfolgsaussichten sind jedoch unsicher.