Das US-amerikanische Technologieunternehmen Palantir, das 2003 gegründet wurde, spezialisiert sich auf die Analyse großer Datenmengen. Die Software von Palantir wird nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von Regierungen, Militär und Geheimdiensten genutzt, um beispielsweise militärische Informationen zu analysieren. IT-Sicherheitsrechtler Dennis-Kenji Kipker beschreibt die Kernkompetenz Palantirs so: “Die Firma kann große, vielfältige Daten aus unterschiedlichen Quellen verknüpfen, analysieren und in relevante Erkenntnisse umwandeln.” Im vergangenen Quartal stiegen die Umsätze im US-Markt auf 1.28 Milliarden Dollar, was fast das Doppelte des Vorjahres ist. Besonders das Geschäft mit Regierungsbehörden wuchs um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar. Die hohe Nachfrage in den USA führt laut CEO Alex Karp dazu, dass Palantir die Anfragen nicht mehr vollständig bedienen kann.
Palantir verspricht seinen Kunden, dass Datensätze aus verschiedenen Behördendatenbanken vereinheitlicht und analysiert werden können. Das Ziel ist es, Muster in Daten zu erkennen, die vorher von einzelnen Mitarbeitern nicht identifiziert wurden, so Kipker.
Laut Kipker hat Palantir einen strukturellen Vorteil durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Geheimdiensten und Ermittlungsbehörden. Diese Erfahrung sei schwer zu replizieren. Dennoch ist Palantir umstritten, weil es ein Closed-Source-System ist, dessen Algorithmen als Geschäftsgeheimnisse gelten. Dies führe zu Sicherheitsbedenken, da die Funktionsweise der Tools nicht transparent ist.
Ein Sprecher von Palantir betont auf Anfrage von SRF, dass Kunden die Kontrolle über ihre Daten behalten und Palantir nur Softwarelösungen zur Datenverwaltung bereitstellt. Seit dem US CLOUD Act 2018 gab es keine entsprechenden Anfragen an Palantir bezüglich Kundendaten.
Palantir-Chef Alex Karp gilt als umstritten, da er mit weiteren kontrovers diskutierten Tech-CEOs wie Peter Thiel und Elon Musk assoziiert wird. Diese Gründergruppe teilt laut Kipker ein US-Verständnis, das stärker auf Sicherheit als auf Demokratie ausgerichtet ist. In den USA werden sie von Bürgerrechtlern und Datenschutzanwälten kritisiert.
SRF 4 News berichtete am 5. Mai 2026 um 17:15 Uhr über diese Thematik.