Die Zuger Investmentgesellschaft Partners Group sieht sich in den USA mit einem Skandal konfrontiert, der ihre Beteiligung an der Kinderbetreuungskette «Kinder-Care» betrifft. Berichtet wird von finanziellen und ethischen Problemen, die nun öffentliche Aufmerksamkeit erregen.
Die «NZZ» berichtet, dass demokratischer Senator Jeff Merkley das Verhalten großer privater Kinderbetreuungsbetreiber untersucht. Ihm zufolge könnte der Gewinnstreben von Investoren auf Kosten des Kindeswohls gehen. Die Kette «Kinder-Care», mit rund 1600 Einrichtungen und über 200’000 betreuten Kindern, gerät unter Druck, nachdem die Partners Group 2015 als Hauptaktionärin eingestiegen war und das Unternehmen im Herbst 2024 an die Börse gebracht hatte. Seitdem verlor der Aktienwert laut «NZZ» über 90 Prozent.
Zu den finanziellen Problemen gesellen sich Vorwürfe schwerer Missstände in einzelnen Einrichtungen. Berichte legen nahe, dass es zu Vorfällen wie dem Bespritzen eines schlafenden Kindes mit Wasser und Verletzungen durch einen Pizzaschneider kam. In Wisconsin wurde ein Baby positiv auf Kokain getestet, wobei die Substanz im Rucksack eines Mitarbeiters gefunden worden sein soll.
Die Zusammenhänge dieser Vorfälle sind noch unklar, doch sie werfen schwerwiegende Fragen über Personalmangel oder fehlende Ausbildung auf. Senator Merkley hat eine Untersuchung gegen «Kinder-Care» und einen weiteren großen Betreiber eingeleitet. Kritisiert wird die zunehmende Rolle von Private Equity in grundlegenden Versorgungsbereichen wie der Kinderbetreuung.
Ein besonderes Problem ist, dass «Kinder-Care» staatliche Subventionen erhält – im Jahr 2024 waren es laut Bericht über 850 Millionen Dollar. Gleichzeitig schrieb das Unternehmen rote Zahlen und hatte Schulden von etwa 1,5 Milliarden Dollar.
Neben politischem Druck droht auch juristischer Ärger: Seit Oktober wird eine Sammelklage vorbereitet. Anleger werfen der Firma, der «Kinder-Care»-Führung und den an dem Börsengang beteiligten Banken mangelnde Risikoaufklärung vor, insbesondere in Bezug auf Missbrauchs- und Vernachlässigungsfälle.
Trotz dieser Herausforderungen könnte der finanzielle Schaden für die Zuger Firma begrenzt sein. Ein Analyst von «Vontobel» sieht die Entwicklung laut «NZZ» als nicht gravierend an, da «Kinder-Care» nur eine von tausenden Beteiligungen der Partners Group ist.