In Burgenland südöstlich von Wien vermutet die Polizei, dass ein weiteres mit Rattengift verseuchtes Glas im Umlauf sein könnte. Dies berichtete der Polizeisprecher Helmut Marban und verwies auf kriminaltaktische Quellen. Zuvor war bereits am Samstag ein solches Glas in einem Supermarkt entdeckt worden, wie die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) meldete.
Marban äußerte sich vorsichtig optimistisch: «Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt.» Dennoch könnten weitere Manipulationen nicht ausgeschlossen werden, so der Sprecher ohne weitere Details zu nennen.
Die gefälschten Gläser lassen sich am manipulierten Deckel und einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis unter dem Glasboden erkennen. Hipp warnte vor den lebensgefährlichen Konsequenzen des Verzehrs solcher Gläschen. Clemens Preysing, Sprecher von Hipp, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Produkte und Vertriebswege in der Schweiz oder Deutschland nicht betroffen sind.
Manipulierte Gläschen mit Rattengift wurden auch in Tschechien und der Slowakei gefunden. Die Handelspartner dort zogen alle Hipp-Gläschen vorsorglich aus dem Verkauf, wie Preysing erklärte. Das Unternehmen betonte, dass das Ereignis keinen Bezug zur Produktqualität oder Herstellung habe.
In Österreich wurde bereits am Freitagabend ein Rückruf des gesamten Hipp-Sortiments aus den Spar-Supermärkten eingeleitet. Die Supermarktkette entfernte die Gläschen über Nacht aus den Regalen.
Nach Angaben von Ages können Rattengift-Wirkstoffe zu einer verminderten Blutgerinnung führen, was Zahnfleischbluten, Nasenbluten und andere Symptome zur Folge haben kann. Eltern sollten bei entsprechenden Symptomen ärztlichen Rat einholen.
Die Hipp Holding AG hat ihren Sitz in Sachseln im Kanton Obwalden und wurde mehr als 120 Jahre zuvor in Pfaffenhofen, Bayern gegründet.