In Luzern versammelten sich am Samstag hunderte Demonstranten gegen die EU, darunter der ehemalige SVP-Politiker Oskar Freysinger sowie Rechtsradikale aus Bulgarien und der Schweiz. Alle sind Teil des Netzwerks von Nicolas Rimoldi, dem Leiter der Corona-skeptischen Bewegung Mass-voll.
Nicolas Rimoldi, einflussreicher Kopf in knallrotem Anzug mit nach hinten gegelten schwarzen Haaren und Zigarre in der Hand, leitete die Kundgebung gegen den geplanten “Knechtschaftsvertrag” mit der EU. Die Veranstaltung diente auch als Schau der rechtsnationalen Vernetzung.
Als Oskar Freysinger auftrat und von den Teilnehmern gefeiert wurde, machte er Stimmung gegen die neuen Verträge: “Liebe Patrioten”, so sein Aufruf. Er kritisierte das Abkommen als Vorstufe zum EU-Beitritt und warnte vor der Unterwerfung durch Euro-Eliten. Die Menge antwortete mit Jubelrufen wie “Fuck EU!”.
Unter den Anwesenden waren auch Aktivisten der rechtsextremen Gruppe Junge Tat, die regelmäßig an Rimoldis Veranstaltungen teilnehmen. Einer ihrer Führer filmte Freysingers Ansprache, während ein anderer neben ihm marschierte.
Rimoldi pflegt internationale Kontakte und lud Petar Petrov von der prorussischen Partei Vazrazhdane nach Bulgarien ein. Petrov sprach auf Englisch über die Gefahren des Verlusts der nationalen Selbstbestimmung, basierend auf Bulgarias Erfahrungen in der EU.
Rimoldi kooperiert bereits seit längerem mit osteuropäischen Parteien und unterzeichnete 2023 die “Budapester Erklärung für ein freies Europa der Nationen”. In dieser Erklärung fordern sie das Ende der Migration, souveräne Staaten in Europa sowie eine Begrenzung von “wokeism” und “LGBTQ-Werten”.
Die Linke organisierte zur gleichen Zeit eine Gegendemonstration auf der anderen Seite des Sees. Trotz der Spannung blieben beide Veranstaltungen friedlich, wie die Luzerner Polizei berichtete. Auffällig war das Fehlen der SVP: Obwohl sie im Parlament gegen die EU-Verträge ist, lehnte sie eine Teilnahme ab.