Markus Hinterhäuser, der künstlerische Leiter der Salzburger Festspiele, ist nach einem Konflikt mit dem Aufsichtsgremium ab sofort beurlaubt worden. Das Kuratorium teilte am Donnerstag mit, dass die Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser aufgrund unüberbrückbarer Differenzen nun getrennte Wege gehen. Diese Führungskrise erregte in der Kulturszene großes Aufsehen, da das Festival als eines der weltweit bedeutendsten Kulturereignisse gilt.
Laut einem Bericht des Kuratoriums gab es bereits länger anhaltende Konflikte zwischen Hinterhäuser und dem Gremium. Bei einer Vertragsverlängerung im Jahr 2024 wurde eine sogenannte “Wohlverhaltensklausel” hinzugefügt, um sein Verhalten gegenüber dem Management und anderen zu regeln. In einem Interview mit den «Salzburger Nachrichten» hatte Hinterhäuser zugegeben, emotional und impulsiv zu sein. Der Grund für seine Beurlaubung sei ein Verstoß gegen diese Klausel: Er hatte bei der Besetzung einer Schauspiel-Leitung eine bevorzugte Kandidatin unterstützt, die sich jedoch nicht einem Hearing gestellt hatte.
Hinterhäuser räumte Kommunikationsfehler am Ende Februars ein und wollte bis 2031 Intendant bleiben. Ein letztes Gespräch zwischen den Anwälten der Festspiele, Hinterhäuser und seiner Rechtsvertretung scheiterte jedoch an den Ausgleichsbemühungen, wie das Kuratorium mitteilte. Die Mitteilung sei indes in Abstimmung mit ihm erfolgt.
Seit 2016 hatte Hinterhäuser die Festspiele mit hohem künstlerischen und ökonomischem Erfolg geleitet und hohe Auslastungsquoten sowie prominente Künstler auf die Bühne gebracht. In den kommenden Sommerfestspielen sind Uraufführungen von Werken der Literaturnobelpreisträger Peter Handke und Elfriede Jelinek geplant.
Für die Zeit nach Hinterhäusers Weggang werden bereits Übergangs-Intendanten gesucht. Der mögliche Nachfolger Barrie Kosky, ehemaliger Intendant der Komischen Oper Berlin, äußerte sich nicht zu den Gerüchten; Bachler, Leiter der Osterfestspiele Salzburg und früherer Bayerischer Staatsoper-Intendant, betonte ebenfalls, dass er sich mit dem Thema aktuell nicht beschäftige.