Nach einem Bericht des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» haben sich zahlreiche ÖV-Nutzer bei der Redaktion gemeldet und mehr Flexibilität bei kleineren Fehlern beim Ticketkauf gefordert. Sie möchten, dass die Bahn in solchen Fällen auf Gebühren und Zuschläge verzichtet, wenn ein bezahltes Ticket vorliegt, da dadurch der SBB kein finanzieller Verlust entsteht.
Fälle wie Sekundenbussen nach Abfahrt oder Probleme mit der «Easyride»-Funktion wurden häufig genannt. Einzelne Nutzer berichteten über kritische Reaktionen auf Rufnamen in Onlinetickets, etwa «Heidi» statt Adelheid oder «Röbi» anstelle von Robert, was als unfair empfunden wurde.
Die SBB zeigt grundsätzlich Verständnis für die Forderung nach mehr Kulanz bei versehentlichen Fehlern. Sie betonen jedoch, dass klare Regeln notwendig sind, um Fairness und Klarheit zu gewährleisten. Während Kulanz in bestimmten Situationen angemessen sei, könne die SBB keinen Blankoscheck ausstellen, da dies zur Umgehung der Regeln führen könnte.
Das Unternehmen verteidigt auch das Zugpersonal, welches oft unter Zeitdruck steht und nicht immer alle Informationen hat, um Absichten zu beurteilen. Nach dem Bericht meldeten sich zudem SBB-Kunden mit positiven Erfahrungen über das Zugpersonal, was die regelmässige und sorgfältig abgewogene Praxis der Kulanzentscheide bestätigt.
Einige ÖV-Reisende befürworten die strikte Umsetzung der Ticketregeln. Ein Kunde fragt nach der Toleranzgrenze, da es viele Gründe für fehlende Tickets geben könnte. Ein anderer meint, dass Menschen jedes Schlupfloch nutzen könnten, was die Handhabung durch die SBB verständlich mache.
Radio SRF 1, Espresso, 04.05.2026, 08:10 Uhr