Das iranische Regime hat in einer neuen Eskalationsstufe des Konflikts auch Finanzinstitute als mögliche Ziele bezeichnet. Schweizer Banken empfehlen Home-Office als Schutzmaßnahme.
Trotz der vorübergehenden Deeskalation durch US-Präsident Trump bleibt die Lage angespannt, da Iraner mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht haben. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, drohte auf dem Kurznachrichtendienst X: «Neben Militärbasen sind auch Finanzinstitutionen legitime Ziele, die das US-Militärbudget finanzieren. Amerikanische Staatsanleihen sind in Blut von Iranern getränkt.» Laut Ghalibaf ist der Kauf solcher Anleihen gleichbedeutend mit dem Einkauf eines Angriffs auf Finanzinstitute. Er schloss seinen Post mit den Worten: «Wir beobachten eure Portfolios. Das ist eure letzte Warnung.»
Es bleibt unklar, ob Bagher speziell europäische Bankzentralen oder Nahost-Niederlassungen meinte. Trump hat Militärangriffe auf iranische Kraftwerke verschoben, um Verhandlungen zu ermöglichen, was die Iraner dementieren. Die Gefahr einer weiteren Eskalation bleibt bestehen.
Schweizer Banken könnten ins Visier geraten, da sie oft amerikanische Staatsanleihen halten. Finanzinstitute weltweit sind somit potenzielle Ziele. Schweizer Banken sind in der Golfregion stark vertreten und daher gefährdet. Zu den dort ansässigen Instituten gehören Julius Bär, EFG, Lombard Odier, UBP sowie die Digitalbank Swissquote.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich zu einem wichtigen Finanzzentrum entwickelt. In Dubai sind viele Schweizer Institute im Dubai International Finance Centre (DIFC) angesiedelt, einer steuerfreien Sonderwirtschaftszone mit eigenem Rechtssystem. Das DIFC zieht zahlreiche internationale Banken und Vermögensverwalter an.
Obwohl das DIFC bisher nicht angegriffen wurde, ereigneten sich in dessen Nähe kürzlich Anschläge. Mehrere Unternehmen, darunter Citigroup und Deloitte, wiesen ihre Mitarbeiter an, Büros zu verlassen oder umzuziehen.
Schweizer Banken bleiben jedoch relativ gelassen und setzen auf die Befriedungsversuche Trumps. Keine der von der NZZ kontaktierten Schweizer Banken plant eine Evakuierung ihres Personals. Die meisten haben lediglich Home-Office angeordnet. UBS-Chef Sergio Ermotti betonte, dass Notfallpläne in Kraft seien und externe Hilfe gewährleistet sei.
Einige Mitarbeiter wurden unterstützt, mit ihren Familien umzuziehen, dies jedoch nur in Einzelfällen. Kleinere Institute wie die Privatbank EFG haben ebenfalls Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Andere Banken, wie Pictet, berichten, dass ihre lokalen Mitarbeiter nicht evakuiert werden sollen.