In den vergangenen Jahren galt Deutschland als das schreckenerregende Gegenstück der Schweiz im Eishockey. Doch 2024 gelang es dem Schweizer Team, sich von diesem Trauma zu befreien und zog nach einem Viertelfinalsieg in Zürich ins Halbfinale ein. Der nächste große Auftritt findet am 23. Mai 2024 statt: In Ostrava wird der WM-Viertelfinal ausgetragen, bei dem viel auf dem Spiel steht. Nachdem die Schweizer gegen Deutschland trotz Favoritenstatus mehrfach in K.-o.-Spielen unterlegen waren – so zuletzt bei den Olympischen Spielen 2018 und der WM 2021 –, liegt nun der Druck auch auf den Schultern von Nationaltrainer Patrick Fischer und Lars Weibel. Eine Niederlage hätte deren Entlassung zur Folge gehabt.
Doch die Schweizer gewannen mit 3:1, ein Triumph, der Trainer Fischer zu Tränen rührte – so emotional war dieser Sieg für das Team nach den vorherigen Rückschlägen. Bei ihren Gruppenspielen im Jahr 2025 setzte sich die Schweiz gegen Deutschland durch und erzielte einen klaren 5:1-Erfolg in Herning, wobei Sven Andrighetto vier Treffer verbuchte.
Vor dem erneuten Aufeinandertreffen in Zürich liegt der Vorteil klar bei den Schweizern. Trotz ihrer geringeren Bevölkerungszahl übertrifft die Anzahl lizenzierter Eishockeyspieler inklusive Junioren in der Schweiz deutlich die Deutschlands – 21.000 Aktive gegenüber 9.500. Während der deutschen Mannschaft am Montag vier NHL-Spitzenspieler, darunter Leon Draisaitl und Tim Stützle, fehlen werden, hofft Deutschland auf eine WM-Teilnahme im eigenen Land im Jahr 2027, die in Düsseldorf und Mannheim stattfinden soll.
Die Düsseldorfer EG erlebte jedoch 2025 einen sportlichen Abstieg, was auch Trainer Kreis betrifft. Trotzdem verzeichnete er eine höhere Zuschauerzahl als bei vielen Schweizer Klubs wie Davos oder Lugano. Diese Situation könnte mit dem SC Bern vergleichbar sein, der in die Swiss League abstieg und gegen Teams wie Arosa und Chur verlor.
Die Anziehungskraft der National League ist besonders hoch – sie gilt als europäischer Goldstandard sowohl sportlich als auch finanziell. Der Kanadier Serge Aubin wurde vom SC Bern abgeworben, was die Bedeutung dieser Liga unterstreicht.
Für diese Weltmeisterschaft arbeitet Mark French, ein Assistent von Kreis mit Schweizer Erfahrung, an einer Taktik gegen die Schweiz. Trotz der Herausforderungen konnten sich die Schweizer zuvor gegen Teams wie die USA und Lettland durchsetzen und genießen zudem einen zusätzlichen spielfreien Tag. Ein möglicher Rollentausch könnte also am Montag stattfinden: Die Schweiz könnte zum Angstgegner Deutschlands im Eishockey werden.