Mit seinem Science-Fiction-Märchen «Memory of Princess Mumbi» hat der junge Schweizer Regisseur Damien Hauser einen unkonventionellen Beitrag zum Schweizer Kino geleistet. Die Frage nach dem Aussehen der Welt am Ende dieses Jahrhunderts wird in diesem Film aufgeworfen, wobei Zerstörung und Transformation durch digitale Technologien thematisiert werden. Trotz allem bleibt die menschliche Erfahrung mit Träumen, Liebe und Geschichtenerzählen zentral.
Hauser verwebt in seiner Low-Budget-Produktion existenzielle Themen wie das Bewahren von Erinnerungen und den Unterschied zwischen Realität und Spiel. Die Geschichte spielt im Jahr 2093 in der retro-futuristischen Siedlung Umata, einem afrikanischen Königreich. Hier treffen Kuve (Abraham Joseph) und Damian auf Mumbi (Shandra Apondi), die als drittes Crew-Mitglied für ihre Dokumentation über den technologischen Krieg gesucht werden.
Mumbi teilt einfache, doch tiefsinnige Weisheiten, wie zum Beispiel: «Die Schönheit der Welt liegt in ihrer Unvollkommenheit». Josephs plötzliche Liebe zu Mumbi verwandelt die geplante Dokumentation in ein Musical und letztlich in eine tragische Liebesgeschichte. Die Handlung führt nach Nordanien, das einst die Schweiz war, und reflektiert Hausers persönliches Erinnern an seinen Bruder.
Der Film erhielt Anerkennung auf Festivals wie Venedig und Toronto und wurde in Zürich mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet. Während die Filmbranche den Einsatz von Künstlicher Intelligenz oft skeptisch sieht, nutzt Hauser KI als kreativen Impulsgeber. Gedreht in Kenia mit Laien und durch KI-Technologie im Nachhinein ergänzt, präsentiert der Film eine Mischung aus Afro-Futurismus.
«Memory of Princess Mumbi» ist voller Ideen und hinterfragt selbst seine erzählerische Komplexität. Am Ende reflektiert der Film: «Filme sind nicht das Leben, sie sind eine Interpretation des Lebens. Und eine gute Interpretation braucht Klarheit». Ein unverzichtbares Seherlebnis für alle.