Viele Schweizer Firmen sind in Wartestellung auf ihre Gelder zurück. Unter den Betroffenen befinden sich der Uhrenhersteller Swatch, Skiunternehmen Stöckli, Technologiefirma Logitech und Victorinox, bekannt für Sackmesser. Diese haben bereits erklärt, dass sie eine Rückerstattung anstreben. Schweizer Unternehmen mit einer Niederlassung in den USA können Anspruch auf die Rückzahlungen erheben.
Die Vereinigten Staaten stehen vor der Herausforderung, weltweit 166 Milliarden US-Dollar zurückzuzahlen. Wie viel davon Schweizer Firmen zugesprochen wird, bleibt unklar. Victorinox erwägt alleine eine Rückforderung von rund 3,8 Millionen Dollar.
Die amerikanischen Zollbehörden müssen sich auf umfangreiche Arbeit einstellen, da bereits über 56.000 Unternehmen weltweit Rückerstattungen beantragt haben und weitere hinzukommen könnten; insgesamt haben mehr als 300.000 Firmen unrechtmäßige Zölle gezahlt. In der Regel prüft der US-Zoll solche Anträge einzeln.
Um den Prozess zu beschleunigen, wurde ein neues System eingeführt: Rückzahlungen werden nun gebündelt und alle Zollzahlungen zusammen abgewickelt, eventuell mit Zinsen. Dennoch könnte die Überprüfung und Abwicklung der Zahlungen Monate bis Jahre in Anspruch nehmen.
Unklar bleibt, wann Schweizer Firmen an der Reihe sein werden. Die Behörden gaben keine Auskunft darüber, welche Unternehmen priorisiert werden. Bekannt ist lediglich, dass die Prüfungen am Montag mit einem Teil beginnen und bei den zuletzt importierten Waren enden.
Die Zölle betreffen nur jene, die US-Präsident Donald Trump unter Berufung auf einen nationalen Notstand eingeführt hatte. Dieser Notstand wurde vom höchsten Gericht der USA für nichtig erklärt. Nicht berührt sind die später von Trump verhängten Zölle, nachdem das oberste Gericht seine ersten Maßnahmen als unrechtmäßig erachtet hatte.
Diese aktuellen Zölle basieren auf einem Handelsgesetz aus dem Jahr 1974, stehen aber ebenfalls in der Kritik: Zwanzig Bundesstaaten haben Klage gegen ihre Einführung eingereicht.