Murat Yakin setzt erneut auf ein ungewöhnliches Konzept im Rechtsverteidiger-Duell. Am Mittwoch präsentiert der Nationaltrainer das offizielle Aufgebot.
(sda)Das Schweizer WM-Aufgebot steht fest. Auffällig ist die Abwesenheit von Alvyn Sanches. Zudem entscheidet sich Trainer Murat Yakin erneut für eine unkonventionelle Besetzung auf der Position des Rechtsverteidigers.
Die Beziehung zwischen Alvyn Sanches und dem Schweizer Nationalteam bleibt komplex. Im März 2022, als er erstmals ins A-Kader berufen wurde, zog sich Sanches bei seinem Debüt einen Kreuzbandriss zu, was ihn über sechs Monate ausfielen liess.
Nach einem Wechsel von Lausanne-Sport zu den Young Boys kehrte er im vergangenen Herbst zurück und erzielte bis zum Saisonende zehn Tore sowie sechs Assists. Trotz eines erneuten Aufgebots für die Testspiele konnte Sanches Yakin nicht überzeugen.
Seine Nichtberücksichtigung überrascht, da der 23-Jährige auch den portugiesischen und kapverdischen Pass besitzt. Ein Wechsel zur Schweizer Nationalmannschaft wäre möglich gewesen, da er noch kein Pflichtspiel für die Schweiz absolviert hat.
Joël Monteiro und Vincent Sierro müssen sich mit einem Platz auf der Pikettliste begnügen. Für Sierro ist dies besonders bitter, da er seit März 2024 regelmäßig im Nationalteam war. Nach seinem Wechsel in die saudische Liga wurde er jedoch kaum eingesetzt, was wohl an starker Konkurrenz lag.
Monteiro erlebt ein Déjà-vu: Im Eilverfahren eingebürgert, schaffte er 2024 den Sprung ins EM-Kader nicht. Seitdem kam er zu sieben Einsätzen, darunter ein Tor gegen Deutschland im März, welches Yakin lobend hervorhob. Letztlich gab der Trainer anderen Angreifern den Vorzug.
Cedric Itten, Zeki Amdouni und Christian Fassnacht erhalten die Chance zur WM. Fassnacht kehrte nach zwei Jahren und drei Monaten wieder in das Nationalteam zurück und überzeugte als Torschützenkönig der Super League. Itten sammelte mit 15 Treffern in der 2. Bundesliga Argumente für seine Berufung, während Amdouni die Saison verletzungsbedingt fast komplett verpasste.
Yakin entscheidet sich erneut gegen einen zweiten gelernten Rechtsverteidiger im Aufgebot, eine Entscheidung, die 2022 bei der WM in Katar für Kritik sorgte. Er argumentierte jüngst, dass auch Luca Jaquez und Eray Cömert in dieser Position einsetzbar sind, obwohl sie in ihren Klubs als Innenverteidiger spielen.
Eine weitere Option ist Denis Zakaria, der im Frühling im Testspiel gegen Deutschland auf rechts verteidigte. Nähere Ausführungen zum Aufgebot will Yakin an der Medienkonferenz am Mittwoch geben.