Ende Mai gastieren Weltstars wie Metallica im Zürcher Letzigrund-Stadion, während viele Top-Acts die Schweiz meiden. Die «NZZ» berichtet über diese Entwicklung, und SRF-Musikredaktor Luca Bruno nennt mehrere Gründe: Mangel an geeigneten Stadien und Hallen sowie anspruchsvolle behördliche Auflagen sind ausschlaggebend. Zudem haben sich Musikfans geändert; sie reisen gern für Konzerte ins Ausland.
Ein Trend bei Künstlern ist das Residency-Modell, bei dem Stars in einer Stadt mehrere Shows hintereinander spielen, wie Adele mit zehn Auftritten in München oder Harry Styles mit zehn in Amsterdam. Die Begründung liegt oft in logistischen und ökologischen Gründen; doch Bruno weist darauf hin, dass Experten diese Praxis als nicht nachhaltiger erachten.
Laut André Béchir hat die Schweiz den Trend zu neuen Konzertformen verpasst. Obwohl moderne Stadien in größeren Städten existieren, zielen Stars auf Metropolen wie Zürich oder Genf ab. Trotzdem sind Großkonzerte wirtschaftlich bedeutsam: Die Taylor-Swift-Konzerte im Juli 2024 führten zu Ausgaben von rund 93 Millionen Franken in der Region.
Die Veranstaltungsbranche arbeitet laut Bruno an besseren Rahmenbedingungen, um den Konzertstandort Schweiz attraktiver zu gestalten. Ein Ausbau des Zürcher Hallenstadions ist ebenfalls geplant, das als wichtigste Location der Deutschschweiz gilt.
SRF4 News, 6.5.2026, 16:55 Uhr; srf/alia;schn;brus