In einer beispiellosen Kooperation führen die USA und Israel einen gemeinsamen Krieg gegen Iran, doch parallel dazu verliert Israel an Unterstützung in der amerikanischen Gesellschaft. Besonders bei Demokraten und jüngeren Republikanern wächst das Missfallen gegenüber Israel. Ein bedeutsames Zeichen für diese Verschiebung war eine Abstimmung im Senat, bei der 36 von 47 demokratischen Senatoren gegen die Lieferung von schweren Bomben an Israel stimmten. Ebenso wollten 40 Demokraten den Verkauf von gepanzerten Bulldozern blockieren, die für Räumungen in Gaza und Libanon genutzt werden sollen.\n\nDer progressive Senator Bernie Sanders brachte diese Vorlagen ein, doch auch moderate Senatoren wie Elissa Slotkin und Mark Kelly unterstützten sie. Chris Van Hollen erklärte: «Um der Trump-Administration Einhalt zu gebieten, die einen illegalen Krieg gegen Iran begonnen hat, sollten wir ähnlich der Netanyahu-Regierung Grenzen setzen.» Obwohl diese Vorlagen wegen republikanischer Mehrheit im Senat abgelehnt wurden, zeigt das Ergebnis ein wachsendes Unbehagen.\n\nBis vor Kurzem genoss Israel breite Unterstützung in beiden Parteien. Doch nach dem Terrorangriff der Hamas am 7\. Oktober 2023 sank die Zustimmung von 55 Prozent im Jahr 2022 auf aktuell 37 Prozent laut Pew Research Center. Besonders unter Demokraten hat sich ein negatives Bild Israels ausgeprägt, wobei 80 Prozent eine kritische Sicht haben, während es bei Republikanern nur 41 Prozent sind. Auch jüngere republikanische Wähler (57 % der 18- bis 49-Jährigen) stehen Israel skeptisch gegenüber.\n\nJoe Kent, ein ehemaliger Elitesoldat und Direktor des Zentrums für Terrorabwehr, trat zurück und kritisierte in einem offenen Brief den Iran-Krieg als von Israel beeinflusst: «Es ist klar, dass wir diesen Krieg auf Druck Israels begannen.»\n\nDie schwindende Unterstützung erschwert die Arbeit proisraelischer Interessengruppen wie dem AIPAC. Nach den Zwischenwahlen 2018, bei denen Israelkritiker in den Kongress einzogen, investierte der AIPAC verstärkt in Wahlkampfunterstützung: Wurden bislang jährlich etwa 150.000 Dollar ausgegeben, waren es zwischen 2022 und 2024 insgesamt 109 Millionen Dollar. In diesem Jahr wurden bereits über 30 Millionen Dollar aufgewendet.\n\nDemokraten wie Cory Booker und Ruben Gallego verweigern jedoch zunehmend AIPAC-Spenden. Gallego erklärte gegenüber «Politico», dass er derzeit keine Gelder akzeptiere, da dies den «illegalen Krieg» gegen Iran oder die Gewalt in Westjordanland unterstützen würde.\n\nUm Einfluss zu wahren, gründete AIPAC verborgene Gruppen wie Elect Chicago Women. Daniel Biss, demokratischer Bürgermeister von Evanston, bezeichnete AIPAC als «toxisch unpopulär» und als republikanische Organisation.\n\nWährend derzeit eine enge Beziehung zu Israel im Weissen Haus besteht, warnten ehemalige Diplomaten wie John Kerry vor den Konsequenzen einer einseitigen Politik. Präsident Trump unterstützte Netanyahu in bisher ungekannter Weise durch Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt und der Golanhöhen-Annexion.\n\nSollten die Demokraten 2028 wieder an die Macht gelangen, könnte das Ende des Iran-Krieges ohne parteiübergreifende Unterstützung Trumps und Netanyahus Strategie rächen.