Die USA versuchen durch eine Seeblockade, der iranischen Wirtschaft Schaden zuzufügen und das Regime zu destabilisieren. Die wirtschaftliche Krise im Land verschärft sich. Ehsan Amini, ein 25-jähriger Chemieabsolvent aus einer südiranischen Stadt, wurde nach seinem Abschluss arbeitslos und hilft nun im Familienbetrieb mit Elektronik. “Seit Kriegsbeginn hänge ich nur noch neue Preisschilder an die Produkte”, erzählt Amini über verschlüsselte Kanäle. Diese Beobachtungen spiegeln auch die Warnungen der iranischen Zentralbank wider, die Präsident Masud Pezeshkian kürzlich vor einer Inflation von bis zu 180 Prozent und zwei Millionen zusätzlichen Arbeitslosen warnte. Die Folgen der US-Blockade sind in diesen Prognosen noch nicht berücksichtigt. Seit Anfang März hat das iranische Regime die Strasse von Hormuz für Schiffe aus Israel, den USA sowie für solche mit militärischen Verbindungen zu Iran blockiert. Andere durften gegen Maut passieren, darunter chinesische Schiffe. US-Präsident Donald Trump forderte daraufhin freie Schifffahrt und verstärkte die Blockade für Tanker, die iranische Häfen ansteuern oder eine Maut zahlen. Eine längere Aufrechterhaltung der Blockade hätte gravierende Folgen für Iran, da das Land auf den Ölexport durch Hormuz angewiesen ist. Die Einnahmen finanzieren Militär und Repressionsapparat. Obwohl iranisches Öl seit 2018 sanktioniert ist, gelang es Teheran, Exporte zu erhöhen. Eine Blockade könnte diese Exporte nun beenden – täglich stehen Iran dabei bis zu 54 Millionen Dollar an Einnahmen zur Debatte. Die gesamte iranische Wirtschaft würde leiden: 90 Prozent des Handelsvolumens wird über Hormuz abgewickelt, einschließlich Importen wie Elektronik und Medizin. Die Inflation könnte drastisch steigen. Im März wurde eine neue Banknote mit einem Wert von 10 Millionen Rial eingeführt, während die Währung bereits stark fällt. Abdolnaser Hemmati, Vorsitzender der iranischen Zentralbank, rief Präsident Pezeshkian zu Maßnahmen auf, darunter das Ende staatlicher Internetblockaden und ein Abkommen mit den USA. Die Revolutionswächter planen hingegen eine Eskalation und drohen Angriffen auf Golfstaaten und der Schliessung von Bab al-Mandab. Dieses Verhalten dient der Profilierung als Nationale Verteidiger, doch steigende Unzufriedenheit könnte sich gegen das Regime richten. Amini kritisiert die unnachgiebige Politik des Regimes, während die wirtschaftliche Misere auch zu Korruption führt. Aktivisten berichten, dass einige Richter bestechlich werden, da sie kein Gehalt mehr erhalten. Sie sammeln Geld, um Schmiergeld für mildere Strafen von Demonstranten zu zahlen. Unklar bleibt, wie lange die USA ihre Blockade beibehalten werden. China dürfte ein Interesse an der baldigen Wiedereröffnung von Hormuz haben, da es 50 Prozent seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten bezieht. Iran besitzt Reserven, um kurzfristige Verluste abzufedern und hat zuletzt durch höhere Ölpreise Einnahmen gesteigert. Das volle Ausmaß der Krise wird sich jedoch erst in einigen Monaten zeigen.