Im Rahmen eines Live-Q&As beantwortete SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck aufkommende Fragen zur sicherheitspolitischen Situation. Ein zentraler Fokus lag dabei auf dem Einfluss Russlands und der aktuellen Stabilität der Nato, die als unsicher wahrgenommen wird. Ramspeck erläuterte: «Die Nato stützt sich darauf, dass in einem Krieg alle 32 Mitgliedstaaten einander unterstützen werden. Doch aktuell ist es ungewiss, ob dies so geschehen würde.» Diese Unsicherheit könnte Russland dazu veranlassen, die Reaktion der Nato auf kleinere Provokationen zu testen.
Zusätzliche Sorgen bereiten Drohungen des US-Präsidenten Trump, aus der Nato auszutreten. Trotz deutlicher Warnungen bleibt unklar, ob ein solcher Schritt realisiert wird. Laut Ramspeck ist dies in den USA auch rechtlich schwierig, da eine Ausstiegserlaubnis des Präsidenten das Einverständnis von zwei Drittel des Senats oder des gesamten Kongresses erfordert.
Die Spannungen im Iran-Konflikt belasten die globalen Energiemärkte. Ramspeck warnte, dass anhaltend hohe Ölpreise eine globale Rezession auslösen könnten, welche auch die Schweiz nicht verschonen würde. Besonders kritisch ist die Situation rund um die Strasse von Hormus. Weder Golfstaaten noch Europäische Länder können diese allein sichern; möglicherweise müssten die USA gemeinsam mit Israel eingreifen, was jedoch Ressourcen binden und Risiken bergen würde.
Die Schweiz, ein nicht an Militärbündnissen beteiligtes neutrales Land, hat eine eigenständige Verteidigung. Ramspeck schätzt das Risiko eines konventionellen Bodenkriegs in der Schweiz oder deren Nähe in den nächsten zwei Jahren als gering ein. Dennoch warnt der Bundesnachrichtendienst vor einer «beispiellosen Bedrohungsdichte» und der Möglichkeit russischer Sabotageakte an kritischen Infrastrukturen, um Europa zu destabilisieren.
10 vor 10, 25.03.2026, 21:50 Uhr; liea