Eine albanisch-islamische Gemeinschaft in St. Gallen plant den Bau einer Grossmoschee im Westen der Stadt für bis zu 400 Personen, was sie zur eine der größten Moscheen der Deutschschweiz machen würde. Das vorgesehene Grundstück soll fünf Millionen Franken kosten, während der Bau auf zirka zehn Millionen geschätzt wird. Erste Schritte bei den Baubehörden gab es bereits 2024, damals jedoch wurde die Idee als unzureichend konkret bewertet. Seitdem herrschte Stille um das Projekt.
Die bestehende Moschee in St. Gallen bietet zu wenig Platz; Imam Mehas Alija erwähnt, dass für das Freitagsgebet teilweise sogar die Cafeteria genutzt wird. Die Gemeinschaft El-Hidaje besteht aus Mitgliedern, die teils seit der dritten und vierten Generation in der Schweiz leben, mit Gründungsjahr 1992.
SVP-Kantonsräte haben von den Plänen durch einen Bericht im “Sonntagsblick” erfahren. Sie äußern Bedenken über mögliche Parallelgesellschaften und wollen wissen, wie die geschätzten 15 Millionen Franken finanziert werden sollen. Die Angst besteht, dass ausländische Staaten oder Organisationen Einfluss durch finanzielle Beteiligung nehmen könnten.
Die Gemeinschaft dementiert jegliche ausländische Finanzierung und erklärt, dass Landkauf und Bau über eine Bank, Eigenkapital sowie Spenden von der Gemeinde und Online-Spendenkampagnen finanziert werden sollen. Auf ihrer Webseite stellen sie klar: “Vorwürfe zur Finanzierung aus dem Ausland sollten faktenbasiert sein.” Alles andere sei unsachlich und nicht zielführend.
Nicole Freudiger, Religionsredaktorin bei SRF, bestätigt, dass es üblich ist, dass viel Freiwilligenarbeit für solche Bauten geleistet wird. “Es gehört zu den fünf Säulen des Islams, dass Gelder aus der eigenen Gemeinschaft kommen,” so Freudiger. Ob Spenden aus dem Ausland vorliegen, könne sie nicht beurteilen.
Ähnliche Projekte in der Region haben manchmal Widerstand hervorgerufen, wie bei den Plänen einer albanischen Gemeinschaft in Siebnen im Kanton Schwyz. Diese mussten jedoch wegen des starken lokalen Widerstands zurückgezogen werden.
Freudiger hebt hervor, dass der St. Galler Bischof kürzlich zum Fastenbrechen in die bestehende Moschee eingeladen wurde und der Imam an einer renommierten Weiterbildung teilnahm, was auf Dialogbereitschaft hinweist.
Als Beispiel für gelungene Integration nennt Freudiger die Moschee in Wil. Sie bietet Führungen für Schulen und Behörden an und verkörpert den Dialog, wie sie betont.