Die Artemis-Mission hat viele Menschen fasziniert und mit beeindruckenden Bildern und Videos für ein neues Erlebnis von Mond und Erde gesorgt, insbesondere für diejenigen unter 60 Jahren. Die Anwesenheit menschlicher Astronauten an Bord intensiviert das emotionale Engagement im Vergleich zu robotergestützten Missionen. Technologisch war es ein Durchbruch: Alle Risiken wurden gemeistert und niemand wurde verletzt.
Trotz dieser Errungenschaft wird die Mission kritischer betrachtet, da sie vor allem den Machtanspruch der USA auf dem Mond unterstreicht. Es geht um strategische Landeplätze mit gefrorenem Wasser und ausreichend Sonnenlicht sowie um Bodenschätze und militärische Vorteile im Weltraum. Als China einen Satelliten unbemerkt hinter dem Mond platzierte, verstärkte sich der Wettbewerb zwischen den beiden Nationen.
In den letzten Jahrzehnten war die Raumfahrt jedoch durch internationale Kooperation geprägt, wie die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS zeigt. Auch die ESA hat maßgeblich zur Artemis-Mission beigetragen, indem sie das European Service Module lieferte. Doch diese Zusammenarbeit wird zunehmend erschwert. Die USA haben ihre Pläne für die Gateway-Station in einer Mondumlaufbahn zugunsten eines direkten Landeprojekts im Jahr 2028 geändert.
Europa plant nun eine eigene Mondmission, mit dem langfristigen Ziel einer europäischen Forschungsstation. Daniel Neuenschwander von der ESA äußerte sich dazu am Sonntag. Wissenschaftliche Erkenntnisse stehen in diesem Kontext oft hinten an, wie Thomas Zurbuchen, ehemaliger Nasa-Wissenschafts-Chef, gegenüber SRF erwähnte: Mondgestein kann bereits ausreichend analysiert werden und robotergestützte Missionen sind kosteneffizienter.
Insgesamt wird die Artemis-Mission als strategischer Erfolg für die USA angesehen, weniger als ein Fortschritt für die gesamte Menschheit. Der 1972 geborene Journalist, der seit 2017 bei der SRF-Wissenschaftsredaktion tätig ist und zuvor Inlandredaktor bei Radio SRF sowie der Zeitung “Der Bund” war, berichtete dies in der SRF Tagesschau am 11. April 2026 um 19:30 Uhr.